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Midori
Violine
Midori ist eine der ganz großen Geigerinnen unserer Tage. Ihre Künstlerpersönlichkeit darf man wohl getrost als einmalig bezeichnen: eine Denkerin mit gesellschaftlichem Engagement und Psychologiestudium, gerühmt für die atemberaubende, intensive musikalische Zwiesprache mit ihrem Publikum, unermüdlich rund um den Erdball unterwegs zu den großen Orchestern, Kammermusikpodien und ihren sozialen Projekten. Im September 2007 ernannte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, Midori zur Botschafterin des Friedens.
Midoris Saison 2010/11 beginnt mit Konzerten bei Festivals wie dem Ravinia, Schleswig-Holstein Musik Festival, Caramoor und Edinburgh International Festival; es folgen über 100 Konzerte in 19 Ländern. Zum fünften Mal geht sie mit einem Neue-Musik-Programm auf Tournee. Sie spielt u.a. mit dem BBC Symphony, dem Baltimore Symphony, dem New York Philharmonic, dem London Symphony sowie dem Montreal Symphony Orchestra und trifft dabei auf Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Sir Donald Runnicles, Kent Nagano, Alan Gilbert und Edo de Waart. Weitere Konzerte führen sie nach Paris, Istanbul, München, Barcelona und Osnabrück, um nur einige zu nennen.
Ihre Konzertaktivität ergänzt Midori durch ihr Engagement für Bildung und gemeinnützige Initiativen. Nunmehr im siebten Jahr ihrer Tätigkeit am Jascha Heifetz Chair der Thornton School an der University of Southern California und im vierten als Vorsitzende der dortigen Streicherabteilung widmet sie sich dort sowohl den Aufgaben als Professorin als auch den administrativen Angelegenheiten. Dazu gesellen sich ihre vier gemeinnützigen Organisationen: Midori & Friends, Partners in Performance, Orchestra Residencies Program und Music Sharing.
Die erste Organisation, die sie in Reaktion auf die Kürzungen im musikpädagogischen Bereich an den Schulen in New York City gründete, war 1992 Midori & Friends. Was mit einzelnen Besuchen in Schulen benachteiligter Stadtviertel begann, wuchs zu einem mehrstufigen 26-Wochen-Kurs mit Instrumentalunterricht, Musiktheorie, Chorgesang und kleinen Konzerten für Schüler heran. Über 180.000 Kinder in allen New Yorker Stadtteilen konnten in den letzten 19 Jahren von diesem Programm profitieren.
In der Überzeugung, dass Kammermusik in kleinen Gemeinden, die zumeist abseits der Tourneeorte liegen, jede Unterstützung verdient, rief Midori in den USA mit dem Avery-Fisher-Preisgeld die gemeinnützige Organisation Partners in Performance ins Leben (2001). Die Kammermusikorganisation, die den Zuschlag erhält, gewinnt u.a. ein Rezital mit Midori zu einem sehr reduzierten Preis. Inzwischen nehmen auch andere Künstler an dem Programm teil. 2010/11 werden Aufführungen in Fort Kent, Maine und in Hot Springs, Arkansas stattfinden.
Seit der Saison 2004/05 gibt es das Orchestra Residencies Program, bei welchem Midori eine Woche mit einem Jugendorchester verbringt, das Verbindungen zu einem kleinen professionellen Orchester unterhält. Sie tritt mit beiden Orchestern auf und unterrichtet die jungen Musiker, nimmt an Konzerten teil und arbeitet mit beiden, um das gemeinschaftliche Kunstbewusstsein zu stärken. „ORP“ gab es bereits in Alaska, Minnesota, North Dakota, Iowa, New Mexico, South Dakota, Vermont, North Carolina, Illinois, Alabama und Montana, in der Saison 2010/11 sind Orchestra Residencies in Tennessee und Iowa geplant.
In Tokio hat Midori 2002 eine Organisation namens Music Sharing gegründet, die sich auf Instrumental- und Theorieunterricht für zum Teil behinderte Kinder und Jugendliche konzentriert, die an westlicher, klassischer sowie an der traditionellen japanischen Musik interessiert sind. Die international ausgewählten Teilnehmer arbeiten vor Ort in Schulen, Krankenhäusern und Jugendeinrichtungen und legen ihren Schwerpunkt auf intensive Zusammenarbeit mit dem Publikum. 2006 fand das Programm (International Community Engagement Program - ICEP), erstmalig außerhalb Japans statt: in Vietnam; 2007 in Kambodscha, 2008 in Indonesien und 2009 in der Mongolei, für 2010 ist Laos in der Planung.
Seit 2006 gibt es ein neues Projekt mit Midori und Vadim Repin, das Midori/Repin Commissioning Project. Für Meet the Composer werden von einzelnen Spendern Solokompositionen von je vier Minuten Länge in Auftrag gegeben, die von Midori und Repin als Zugaben bei Konzerten und anderen Veranstaltungen aufgeführt werden. Midori und Vadim Repin haben die Komponisten Lee Hyla, Rodion Shchedrin, Krzysztof Penderecki und Derek Bermel ausgewählt, deren neue Werke Midori in dieser Saison in San Francisco aufführen wird.
Ihre erste Aufnahme machte Midori mit 14 Jahren für Philips: Werke von Bach und Vivaldi mit dem St. Paul Chamber Orchestra unter Pinchas Zukerman. Seit 1988 nimmt sie exklusiv für Sony Classical auf. Dort wurde Anfang 2008 ihre CD mit Sonaten von Bach und Bartók veröffentlicht, im Juli 2008 folgte The Essential Midori. 2003 wurde ihre Live-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern unter Mariss Jansons mit den Violinkonzerten von Bruch und Mendelssohn veröffentlicht – diese Aufnahme erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, ebenso wie ihre CD von 2002 mit Robert McDonald, French Sonatas. Auf der ersten SACD, die Sony jemals herausgebracht hat, ist Midoris Einspielung der Sinfonia Concertante von Mozart mit dem NDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Christoph Eschenbach zu hören. 2002 erschien Sonys Beitrag zu Midoris 20jährigem Bühnenjubiläum: das 20th Anniversary Album. Die Liveaufnahme ihres Carnegie-Hall-Debüts vom Oktober 1990 gibt es auf CD und DVD.
Seit 2006/07 gibt es ein neues Projekt mit Midori und Vadim Repin, das Midori/Repin Commissioning Project. Für Meet the Composer werden von einzelnen Spendern Solokompositionen von je vier Minuten Länge in Auftrag gegeben, die von Midori und Repin als Zugaben bei Konzerten, bei Fundraising Events, Promotionsveranstaltungen und gemeinschaftlichen Projekten aufgeführt werden. So spielt Midori im Februar 2010 zum Beispiel in San Francisco die Uraufführung von Pendereckis Capriccio.
2004 erschien Midoris Autobiographie „Einfach Midori“ im Henschel Verlag.
Midori wurde 1971 in Osaka geboren und begann bereits im frühesten Alter, Geige zu spielen, zunächst unter der Anleitung ihrer Mutter. 1982, als Zubin Mehta sie das erste Mal spielen hörte, lud er sie als Überraschungssolistin für das traditionelle Silvesterkonzert des New York Philharmonic ein, bei welchem sie standing ovations erhielt und das den Grundstein für eine großartige Karriere legte.
Midori lebt in Los Angeles. 2000 schloss sie ein Studium der Psychologie und Gender Studies mit dem Bachelor an der New York University ab, dem 2005 der Magistertitel in Psychologie folgte. Midori spielt eine Guarnerius del Gesù 'ex-Huberman' von 1734, die ihr von der Hayashibara Stiftung lebenslänglich zur Verfügung gestellt wird. Ihre vier Bögen stammen aus den Häusern Dominique Peccatte, François Peccatte und Paul Siefried.
Weitere Informationen zu Midori finden Sie im Internet unter www.gotomidori.com.
Saison 2010/11
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Photo:
Anthony Parmelee
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Photo: K.Miura |
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Photo: K.Miura |
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Photo:
Gil Gilbert |
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Photo: T.Oda |
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