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Midori
Violine
Midori begeht in der Saison 2007/08 ihr 25jähriges Bühnenjubiläum - sie gibt über 90 Konzerte, darunter sechs Tourneen nach Europa und drei nach Asien. Unter den Highlights der Saison ist ein einzigartiges Projekt im Lincoln Center New York, in dem Midori Werke von Bach, Takemitsu und Schnittke kombiniert; außerdem wird sie im Laufe der Spielzeit mit dem Cleveland Orchestra (Giancarlo Guerrero) in Florida, mit dem Philadelphia Orchestra (Christoph Eschenbach) in Japan, mit dem Royal Liverpool Philharmonic (Sir Charles Mackerras), dem National Symphony (Leonard Slatkin), dem London Symphony Orchestra (Daniel Harding), dem Hong Kong Philharmonic (Jiří Belohlávek), dem hr-Sinfonieorchester (Hugh Wolff) in Frankfurt und den Bremer Philharmonikern (Christian Arming) auftreten. Desweiteren präsentieren sie und der Pianist Charles Abramovic ihr Neue Musik-Programm in mehreren europäischen Städten (darunter in Essen, Rottenburg und Berlin). Die Spielzeit begann für Midori mit Auftritten und Meisterkursen bei zehn Sommerfestivals, darunter das Schleswig-Holstein Musik Festival, der mdr Musiksommer und das Dubrovnik Festival. Im September 2007 ernannte der Generalsekretar der Vereinten Nationen Ban Ki-moon Midori zur Botschafterin des Friedens.
Weiterhin widmet sie sich ihren zahlreichen Outreach-Organisationen in den USA und in Asien und weitet ihr Engagement an der Thornton School of Music der Universität of Southern California aus, an der sie im September 2007 zur Leiterin der Streicherabteilung ernannt wurde – seit 2004 hält sie dort die Professur am Jascha-Heifetz-Lehrstuhl. Die Veröffentlichung ihrer neuen CD bei Sony Classical ist ebenfalls für diese Saison geplant: Werke von Bach und Bartók, eingespielt mit ihrem langjährigen Klavierpartner Robert McDonald.
Midoris fünf Outreach-Organisationen widmen sich einem Ziel, das Midori als zunehmend essentiell bezeichnet: Zugang. Sie ist der festen Überzeugung, dass Menschen, egal welcher Herkunft oder welchen Alters, der Zugang zur Musik ermöglicht werden muss. Die erste Organisation, die sie in Reaktion auf die Kürzungen im musikpädagogischen Bereich an den Schulen in New York City gründete, war 1992 Midori & Friends – über 140.000 Kinder konnten bereits von diesem Programm profitieren. Midori & Friends bietet Kindern, denen sonst keine Verbindung zur Kunst ermöglicht werden würde, musikalische Bildung (inklusive Instrumentalunterricht und Musiktheorie), Konzerte und Workshops. Midori tritt in vielen dieser Schulen auf, wie auch Musiker aus anderen Sparten, z.B. Jazz, afrikanische Trommeln, chinesische Flöten etc. Neuerdings präsentiert Midori & Friends einmal jährlich ein eintägiges Kinder-Festival in New York City.
In Japan hat Midori eine Organisation namens Music Sharing gegründet, die sich auf Instrumental- und Theorieunterricht für zum Teil behinderte Kinder und Jugendliche konzentriert, die an westlicher, klassischer sowie an der traditionellen japanischen Musik interessiert sind. Die Kurse, die in Schulen, Krankenhäusern und Jugendeinrichtungen angeboten werden, legen ihren Schwerpunkt auf Zusammenarbeit und aktive Beteiligung des Publikums. Music Sharing bietet außerdem Kurse für zukünftige Lehrer und Nachwuchsmusiker an. Die internationalen Teilnehmer werden per Vorspiel ausgewählt und lernen und erarbeiten dann, wie in verschiedenen Kulturkreisen gemeinnützige Arbeit mittels der Musik geleistet werden kann, und arbeiten vor Ort mit einheimischen Musikern. Im letzten Jahr fand das Programm, erstmalig außerhalb Japans, in Vietnam statt, dieses Jahr ist es in Kambodscha geplant.
Mit ihrem Avery-Fisher-Preisgewinn (2001) rief Midori 2003 in den USA die gemeinnützige Organisation Partners in Performance ins Leben. Diese fördert aktiv die Verbreitung der qualitativ hochrangigen Kammermusik auch in Orte abseits des normalen Konzertbetriebs. „PiP“ wurde bereits in kleinen Orten in Vermont, New Jersey, New Hampshire, New Jersey, Wisconsin, Maryland, Virginia und Washington präsentiert, die neue Saison sieht Vorführungen in kleinen Gemeinden in Montana und Minnesota.
Mit der Spielzeit 2003/04 begann Midori eine neue Reihe dieser Art: Im Rahmen ihres University Residencies Program besucht sie mit von ihr eingeladenen Künstlern auf zwei Jahre verteilt für jeweils zehn bis vierzehn Tage verschiedene Universitäten in den USA. Das erste Mal wurde dieses Programm im November 2003 an der North Park University in Chicago initiiert und findet seitdem einmal im Jahr statt. Ziel der Residencies ist es, den Kontakt zwischen Künstlern, Studenten, Fakultäten und an die Universität angeschlossenen Veranstaltern zu stärken. Innterhalb der Residency gibt Midori zwei Rezitale und, wenn möglich, auch ein Konzert mit dem jeweiligen Universitäts-Orchester.
Seit der Saison 2004/05 gibt es das Orchestra Residencies Program, bei welchem Midori eine Woche mit einem Jugendorchester verbringt, das Verbindungen zu einem kleinen professionellen Orchester unterhält. Sie tritt mit beiden Orchstern auf und unterrichtet die jungen Musiker, nimmt an Konzerten teil und arbeitet mit beiden, um das Kunstbewusstsein in der Gemeinde zu stärken. „ORP“ gab es bereits in Alaska (Fairbanks und Anchorage), Minnesota, New Mexico, Vermont, Montana und North Carolina, für 2007/08 sind Orchestra Residencies in South Dakota und Iowa geplant.
Von 2002 an verwirklicht die Geigerin in verschiedenen Kleinstädten Japans ein weiteres Projekt, Total Experience. Diese Reihe umfasst Experimentieren mit thematischen Konzepten und interaktiver Teilnahme des Publikums. Ein weiteres Total Experience-Modell entwarf Midori 2005 in Zusammenarbeit mit den Universitäten in Niigata und Atsugi.
Midoris Hingabe an die Bildung erstreckt sich über ihr Engagement in Gemeinden hinaus bis zu Meisterklassen für junge Geiger auf der ganzen Welt. Dies kommt zu ihren Lehr-Aufgaben an der USC Thornton School of Music hinzu, an der sie Einzelunterricht und Kammermusikklassen gibt, Seminare über gemeinnütziges Engagement gestaltet (Midori Center for Community Engagement) und mit ihren Studenten innerhalb und außerhalb des Campus auftritt. Im Oktober 2005 gab sie unmittelbar vor ihrem Rezital mit Charles Abramovic ein kurzes Konzert mit sechs ihrer USC-Studenten in der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles.
Seit 2006/07 gibt es ein neues Projekt mit Midori und Vadim Repin, das Midori/Repin Commissioning Project. Für Meet the Composer’s New Music, New Donors werden einzelne Spender Solokompositionen von je 4 Minuten in Auftrag geben, die von Midori und Repin als Zugaben bei Konzerten, bei Fundraising Events, Promotionsveranstaltungen und Gemeindeprojekten aufgeführt werden. Midori und Repin haben hierfür vier Komponisten ausgewählt, deren Werk sie schätzen; zwei Stücke sind bereits vollendet: Passeggiata von Lee Hyla und Gypsy Melody von Rodion Schtschedrin.
Ihre erste Aufnahme machte Midori mit 14 Jahren für Philips: Werke von Bach und Vivaldi mit dem St. Paul Chamber Orchestra unter Pinchas Zukerman. Seit 1988 nimmt sie exklusiv für Sony Classical auf. 2003 wurde ihre Live-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern unter Mariss Jansons mit den Violinkonzerten von Bruch und Mendelssohn veröffentlicht – diese Aufnahme erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, ebenso wie ihre CD von 2002 mit Robert McDonald, „French Sonatas“. Auf der ersten SACD, die Sony jemals herausgebracht hat, ist Midoris Einspielung der Sinfonia Concertante von Mozart mit dem NDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Christoph Eschenbach zu hören. 2002 erschien Sonys Beitrag zu Midoris 20jährigem Bühnenjubiläum: das „20th Anniversary Album“. Auch die Liveaufnahme ihres Carnegie Hall-Debüts vom Oktober 1990 ist auf einer Sony-CD zu hören.
Midori wurde 1971 in Osaka geboren und begann bereits im frühesten Alter Geige zu spielen, zuerst unter der Anleitung ihrer Mutter. 1982, als Zubin Mehta sie das erste Mal spielen hörte, lud er sie als Überraschungssolistin für das traditionelle Silvesterkonzert des New York Philharmonic ein, bei welchem sie standing ovations erhielt und das den Grundstein für eine großartige Karriere legte.
Midori lebt in Los Angeles. 2000 schloss sie ein Studium der Psychologie und Gender Studies mit dem Bachelor an der New York University ab, dem 2005 der Magistertitel in Psychologie folgte. Midori spielt eine Guarnerius del Gesù 'ex-Huberman' von 1734, die ihr von der Hayashibara Stiftung lebenslänglich zur Verfügung gestellt wird. Ihre drei Bögen stammen aus den Häusern Dominique Peccatte und François Peccatte.
2004 erschien Midoris Autobiographie „Einfach Midori“ im Henschel Verlag.
2007/08
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Photo:
Anthony Parmelee
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Photo: K.Miura |
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Photo: K.Miura |
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Photo:
Gil Gilbert |
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Photo: T.Oda |
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