Winter 2012    
       
 

Neuauflage "Einfach Midori"

Einfach Midori

Die Autobiographie der Geigerin Midori erscheint am 13. Januar 2012 in einer erweiterten Neuauflage im Henschel-Verlag. In "Einfach Midori" erzählt sie ihre Geschichte: offen, kritisch mit sich und anderen - das Selbstbildnis eines Wunderkindes und zugleich Musikgeschichte der Gegenwart. Die Neuauflage enthält ein zusätzliches Kapitel, in dem Midori von den Ereignissen der letzten Jahre erzählt.


   



   

 
   
 

Crystal Award des World Economic Forum Davos

Für ihr unermüdliches, weltweites Engagement wird Midori am 25. Januar 2012 mit dem renommierten Crystal Award des World Economic Forum in Davos, Schweiz ausgezeichnet. Neben ihrem Auftreten als weltweit gefragte Geigerin engagiert sich Midori in zahlreichen sozialen Projekten, darunter die Stiftung "Midori & Friends" und das Projekt "Music Sharing".

"Es ist mir eine Ehre, mit dem Crystal Award ausgezeichnet zu werden", sagt Midori. "Der Preis dient mir als Ansporn für meine zukünftige Arbeit, und ich freue mich sehr, die Verantwortlichen des World Economic Forums in Davos zu treffen, die sich für soziale und gesellschaftliche Belange einsetzen."

Das World Economic Forum vergibt den Crystal Award an Künstler, die ihre Kunst und ihren Einfluss für die internationale Gemeinschaft einsetzen.

Weitere Informationen zu Midoris Projekten finden Sie online unter:
Music Sharing: http://www.musicsharing.jp/en/index.html
Midori & Friends: http://www.midoriandfriends.org/

   
   

 
   
 

17. November 2011

Liebe Freunde,

Ich kann kaum glauben, dass das Ende des Jahres immer näher rückt! Mit dem Beginn des Winters kommt das kalte Wetter in viele der Orte, an die ich reise. Allerdings hat die Kälte nicht das Tempo der bisherigen Saison verlangsamt, und es ist voll von Auftritten und Projekten sowie dem Beginn eines neuen Schuljahres an der USC.

Es gab in dieser Saison bisher schon viele spannende Engagements, darunter bei Orchestern in den Vereinigten Staaten und in Europa sowie eine Rezital-Tournee durch die USA mit dem Pianisten Özgür Aydin im Oktober. Ab dem 20. November werden wir noch eine Europa-Tournee beginnen. Nicht viel später wird es Zeit für die Abschlussprüfungen in Kalifornien sein.

In der Mitte aller unserer alltäglichen Aktivitäten, ob sie nun mit Musik zu tun haben oder nicht, kann man die wichtigen Fragen, die die Welt bewegen, leicht aus den Augen verlieren. Erst vor kurzem waren wir Zeugen einer Reihe von verheerenden Erdbeben in der Türkei, die Hunderte Tote forderte, Städte zerstörte und viele Tausend im Winter obdachlos sein lässt. Ich möchte mein Beileid und Mitgefühl allen denen aussprechen, deren Leben durch diese und andere Katastrophen in den letzten Wochen und Monaten betroffen sind. Alle anderen in der Welt möchte ich ermutigen, Hilfsmaßnahmen zu unterstützen, wenn Sie in der Lage sind, und jeden Tag freundlich und großzügig zu sein.

Midori

   

   

 
   
 

11. Mai 2011

Liebe Freunde,

Der Mai bringt das Ende des Schuljahrs und der Beginn des Sommers mit sich -eine Zeit für neue Erkundungen und Abenteuer. Die Abewechslung, die der Sommer unvermeidlich mit sich bringt, hält einen energisch und engagiert.

Diese Woche hatte ich die Möglichkeit, das Hindemith-Violinkonzert in Osnabrück zu spielen. Was für ein schönes Stück -es kombiniert einzigartige Klangfülle und Strukturen mit kreativen Rhythmen und einer Wendung zur Romantik! Als nächstes reise ich nach Madrid, gefolgt von einem einwöchigen Bulgarien-Aufenthalt. Letzterer ist Teil meines erweiterten Orchestra Residencies Program, und mein Plan sieht vor, dass ich in Meisterklassen, gemeinsamen Auftritten und weiterer ehrenamtlicher Aktivitäten eine Menge junger Menschen treffe. Besonders freut mich, dass mir mein bulgarischer Schüler Moni Simeonov bei allem assistieren kann: dolmetschen, fahren, den jungen Musikern den Weg ebnen, damit sie von diesem besonderen Projekt auch wirklich etwas haben usw. Er ist nebenbei bemerkt bereits nach Sofia gereist und schickt mir täglich einen Bericht, wie die Vorbereitungen vorankommen.

Möge der Sommeranfang gesund und voller Musik sein!

Herzlich,

Midori

   




   

 
   
 

16. März 2011

Liebe Freunde,

am 11. März wurde der Nordosten Japans von einem verheerenden Erdbeben getroffen, gefolgt von einem Tsunami. Dies kostete Zehntausende Menschen das Leben und Tausende Bürger mussten die Gegend verlassen. Kurz darauf erreichten uns nicht minder verstörendere Nachrichten: Ein Vulkanausbruch in Japans Süden, und die Angst vor einer Kernschmelze als Nachwirkung.

Dies ist eine schwere Zeit, besonders für die Menschen in Japan und ihre Freunde und Familien. Viele, die ihr Leben retten konnten, verloren indes alles andere -ihr Heim und ihre Besitztümer. Meine Gedanken sind bei allen, die von der Katastrophe betroffen sind und denen, die sich unermüdlich dafür einsetzen, den Bedürftigen zu helfen.

Der Wiederaufbau wird eine lange Zeit dauern, viel länger, als man darüber hören wird, und es wird in vielerlei Hinsicht sehr kostspielig. Meine einzige Hoffnung besteht jetzt darin, jeden zur Hilfe aufzurufen, dass wir aufrichtig und unterstützend zueinander sind und tatkräftig die Initiative ergreifen.

Midori

   




   

 
   
 

5. Januar 2011

Liebe Freunde,

nach intensiven zehn Tagen gemeinnütziger Arbeit in Laos komme ich nun in Neujahrsstimmung und möchte Euch allen alles Gute für das neue Jahr wünschen!

In 2011 stehen viele Reisen nach Deutschland und in andere europäische Länder an, und ich freue mich auf neue Begegnungen und Wiedersehen mit alten Freunden. Die Saison gibt mir auch weiterhin die Möglichkeit, mir vielgeliebtes populäres Repertoire noch einmal vorzunehmen, aber auch in neues einzutauchen: von Tschaikowskys Violinkonzert bis zur Uraufführung von "Berlin Music", einem brandneuen Stück, dass der Komponist Brett Dean für mich geschrieben hat.

Ich bin gespannt auf alles, das auf den Tourneen und Proben in der zweiten Hälfte der Saison 2010- 11 auf mich wartet.

Möge das neue Jahr mit den Freuden der Musik gefüllt sein!

Midori

   




   

 
   
 

1. September 2010

Liebe Freunde,

Ich schicke Euch herzliche Grüße aus Zürich, dem letzten Sommerstop meiner Tournee. Die Sommermonate sind nur so vorübergeflossen und jetzt bin ich bereit für die neue Saison und ein neues Unterrichtsjahr an der University of Southern California in Los Angeles.

Ich bin belebt durch den Aktivitätentumult, der schon vor meiner Ankunft in meinen USC-Räumlichkeiten begonnen hat. Die Studenten sind gespannt auf die kommenden Ereignisse des Jahres und es ist wundervoll für mich, sie so eifrig und motiviert zu sehen. Während ich mit ihnen Repertoire und Übungspläne für ihre diesjährigen Wettbewerbe, Examenskonzerte und Auftritte zusammenstelle, freue ich mich auch auf meine eigenen Vorbereitungen für die kommende Saison, die mit Projekten und Gemeinschaftsengagement gefüllt sein wird, die mir besonders am Herzen liegen.

In den nächsten Monaten wird einiges auf mich zukommen -unter anderem Aufenthalte in New York für Aktivitäten bei der UN, in China, Japan, Deutschland, Italien, sowie in Laos Ende Dezember mit drei tollen jungen Musikern, die ich vor Kurzem in einem Probespiel ausgesucht habe. Damit beginnt das fünfte Jahr des Music Sharing's International Community Engagement und ich freue mich, an dem Lernprozess dieser jungen Musiker teilzunehmen, wenn sie sich dazu aufmachen, sich selbst der internationalen Gemeinschaft mit Hilfe von Musik mitzuteilen.

Frohes Entdecken und Lernen!

Midori

   

Midori ist gerade mit ihrem Projekt "Orchestra Residencies" in Chattanooga, Tennessee. Ihren Blog können Sie hier verfolgen:
http://orpobservations.wordpress.com/

   

 
   
 

15. Juli 2010

Liebe Freunde,

Viele Grüße aus dem Nordosten der USA, eine Spur Richtung Mittlerer Westen, wo der Pianist Özgür Aydin und ich eine Rezital-Tournee begonnen haben, die uns auch bald nach Deutschland führen wird. Wir verbrachten auf dem Weg zu den Konzertorten viel Zeit im Mietwagen, genossen die Sonne und die Sommerlandschaft und all die Menschen, die wir unterwegs trafen.

Nach den Rezitalen in Maulbronn, Mainz und Oberschleißheim treten wir beim Schleswig-Holstein Musik Festival auf, wo ich auch für 10 Tage wohne und Meisterkurse geben werde. Zum Lehren dorthin zurückzukehren ist für mich wirklich schön, und ich freue mich jedesmal wieder darauf.

Das Festival feiert dieses Jahr sein 25. Jubiläum - ein Zeugnis seines Engagements für musikalische Top-Qualität des Unterrichts und der Konzerte, die in einer Vielfalt von Spielstätten, Schlössern und Kirchen bis hin zu Scheunen oder umgebauten Eisenbahnwerkstätten stattfinden. Ich erinnere mich noch gut an mein Debüt in Deutschland: Das war in der Tat 1985 beim Schleswig-Holstein Musik Festival.

Für die meisten bringt die Sommerzeit eine Ruhepause von der üblichen Routine mit sich. Urlaub und Ferien bieten uns die Möglichkeit, andere Städte oder Länder zu besuchen, Neues zu entdecken und unseren Alltag zu überdenken. Ich hoffe, dieser Sommer wird glücklich und erfrischend.
Midori

Midori

   




Midori wird beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2010 Meisterkurse geben (2.-10.August). Die Bewerbungsfrist endet am 15. Mai. Mehr Information

   

 
   
 

25. März 2010

Liebe Freunde,

Ich schicke Euch herzliche Grüße aus der ersten Frühlingswoche. Es ist eine Erleichterung, die ersten grünen Blätter an den Bäumen zu sehen, nachdem ich in den letzten Monaten auf Tournee so oft im Schnee gelandet bin.

Mitte dieses Monats war ich mit dem Pianisten Özgür Aydin für zwei Konzerte in Deutschland; wir spielten für ein wunderbares Publikum in Kempten und in Düsseldorf. Schon im Mai kehre ich zurück, für Rezitale in Karlsruhe und Pulheim bei Köln. Für diese Tournee lerne ich Aulis Sallinen's Vier Etüden für Violine und Klavier, die vor genau 40 Jahren entstanden sind. Ein neues Werk zu lernen ist so belebend!

Auch wenn wir uns geradezu beeilen müssen, mit dem Frühling Schritt zu halten, hoffe ich doch, dass wir alle einen Moment der Ruhe finden können, um die wiedererwachende Natur zu genießen.

Herzlich,

Midori

   




   

 
   
 

29. Januar 2010

Liebe Freunde,

Schneller als erwartet ist der erste Monat des Jahres schon wieder fast vorüber. In diesen ersten Wochen des neuen Jahrzehnts habe ich mir ein bisschen Zeit genommen, sowohl über das vergangene Jahr nachzudenken als auch Ideen und Hoffnungen für die Zukunft zu formulieren.

An bemerkenswerte Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit fällt mir zuerst die neuntägige Music-Sharing-Reise in die Mongolei ein. Erst seit knapp hundert Jahren eine unabhängige Nation, begegnen die mongolische Bevölkerung und Regierung großen Herausforderungen, denn dieser riesige Binnenstaat kämpft darum, einen gangbaren Weg in die Zukunft zu finden. Insbesondere das Städtewachstum führt in der Hauptstadt Ulan-Bator zu einengenden Lebensumständen, hohen Kriminalitätsraten, Alkoholproblemen, vernachlässigten Kindern und Menschenhandel. Trotz alledem ist die Mongolei ein Land, das stolz auf seine Kinder ist. Die traditionelle Musik und Kultur, beeinflusst von der Landschaft und dem Nomadenleben, ging aus jahrhundertealten, noch zu Zeiten der Seidenstraße gegründeten Ost-West-Allianzen hervor.

Anfang Januar reiste ich nach New Orleans, um dort im Rahmen meines Orchestra Residencies Program mit dem Louisiana Philharmonic und dem Greater New Orleans Youth Orchestra zu arbeiten. Obwohl seit den Verwüstungen von Hurrikan Katrina bereits Jahre vergangen sind, ist die lebhafte Stadt noch immer im Wiederaufbau, gegen alle Wiederstände. Der Chefdirigent des Greater New Orleans Youth Orchestras Jean Montès stammt aus Port-au-Prince, Haiti, und seit dem tragischen Erdbeben dort Mitte Januar denke ich viel an ihn und seine Landsleute.

So oft wir in unseren stressigen, arbeitsorientierten Leben gefangen sind, während dieser besonderen Projekte war ich gezwungen, meine eigenen Prioritäten zu überdenken und erinnerte mich daran, wie befriedigend es sein kann, ein einfaches Leben zu führen. Diese Gedanken halfen mir, mich auf die Rückkehr zur Arbeit und Schule zu konzentrieren. Nun bin ich mitten in den Vorbereitungen auf die Neue Musik-Rezitale, die ich in den USA geben werde, und die Proben bringen mir viele Entdeckungen und ein immerzu wechselndes Spektrum der Interpretation.

Ich hoffe, dass auch Sie interessante Einsichten gewonnen haben, die Ihre Ziele und Erwartungen für das neue Jahrzehnt begleiten.

Midori

   




   

 
   
 

30. September 2009

Die verheerenden Nachrichten aus Südostasien erschütterten uns heute Morgen in den USA. Ich möchte den Menschen und Orten, die vom Tsunami im Südpazifik, dem Erdbeben auf Sumatra und dem Taifun Ketsana in Vietnam, Kambodscha und auf den Philippinen getroffen wurden, mein Mitgefühl und meine Gebete aussprechen. Vor Kurzem besuchte ich drei der betroffenen Länder im Rahmen meines Music Sharing International Community Engagement Program und fühle mich den Menschen dort seither verbunden.

Während immer neue Nachrichten hereinkommen und von Tausenden Vermissten in Pandang und sieben Meter hohen Wellen auf Samoa berichten, sind meine Erinnerungen and meinen Besuch in Indonesien vor weniger als einem Jahr sehr präsent. Ich hatte dort die Möglichkeit, Überlebende des vernichtenden Tsunami von 2004 (insgesamt 232.000 Menschen kamen ums Leben) und des Erdbebens auf Java 2006 kennenzulernen, und ihre Geschichten sind noch sehr lebendig. Wir besuchten Flüchtlingsgebiete in Medan, wo viele Tsunami-Überlebende wohnen. Die Erinnerungen an ihre Angst und Qual, damals noch sehr frisch, verfolgen mich jetzt wieder. In Yogyakarta waren wir in einem Waisenhaus, das Kinder aufnimmt, die ihre Eltern bei Naturkatastrophen verloren haben. Viele indonesische Kinder fanden sich plötzlich auf sich allein gestellt, sie hatten nicht nur ihre Zuhause und ihre BesitztÜmer, sondern auch das soziale Netz von Familie und Freunden verloren.

Die Zahl der Opfer steigt weiter, jetzt, wo sich die Fluten zurückziehen und die Trümmer aufgeräumt werden; so viele Menschenleben wurden von reiner Naturgewalt überrascht und plötzlich zerstört. Nach einem Seebeben der Stärke 8,0 erreichte die Tsunami-Warnung die Menschen auf Samoa nicht rechtzeitig, um zu evakuieren oder andere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, und so wurden die meisten bei ihrer üblichen morgendlichen Routine von den Wellen überrascht. Tausende Meilen entfernt wurde auf Sumatra ein ähnlich starkes Beben registriert: 7,6. Zahllose Häuser wurden ins Meer gespült oder vom Beben dem Erdboden gleichgemacht.

Der Weg der Wiedererrichtung wird lang und schwer für diese Länder und ihre Bewohner. Nahrungsmittelknappheit, zuwenig Unterkünfte und zuwenig sauberes Wasser werden wohl die größten Probleme darstellen. Wir versuchen gerade, ob wir als Botschafter des Friedens in irgendeiner Weise helfen können und ich hoffe, bald Genaueres berichten zu können. In der Zwischenzeit nehmen Sie sich doch bitte einen Moment Zeit, darüber nachzudenken, wie man helfen kann, einen Beitrag zur Verbesserung der Situation der Menschen nach diesen erschütternen Naturkatastrophen zu verbessern. Die United Nations-Homepage ist hilfreich, ebens die der UNICEF und des Roten Kreuzes.

   




   

 
   
 

September 2009

Liebe Freunde,

Nach zwei ereignisreichen Wochen zum Semesterbeginn an der USC verlasse ich heute Abend Los Angeles und fliege nach Hamburg. Der Beginn einer neuen Saison bringt jedesmal sowohl Vorfreude als auch ein bisschen Verdrießlichkeit.

Dieser Sommer war gespickt mit frischen musikalischen Erfahrungen und Begegnungen, glücklicherweise diesmal fast ohne die üblichen Dringlichkeiten des Konzertkalenders. Fast vier Wochen lang war ich von den grünen Bergen Vermonts beim Marlboro Music Festival umgeben, bei dem jedes Jahr viele Musikstudenten und professionelle Musiker zusammentreffen, um gemeinsam Kammermusik zu machen. Wir spielen täglich zusammen und teilen Ideen und Ansichen, ohne Druck oder Anmaßung.

Marlboros kooperativen Geist konnte ich sehr gut zu meinen nächsten musikalischen Unternehmungen mitnehmen: Ein Konzert in Österreich mit dem Mahler Chamber Orchestra, das Tivoli Festival in Dänemark und eine Fünf-Städte-Tour mit einem neuen Klavierbegleiter, Özgür Aydin.

Jetzt haben wir September und stehen schon an der Schwelle der Hektik, die der Herbst üblicherweise mit sich bringt. Doch ich werde noch lange von den Sommermonaten zehren. Ich hoffe, dass auch Eure Erinnernungen an den Sommer mit seiner Wärme und Entspannung noch lange vorhalten werden.

Midori

   




   

 
   
 

April 2009

Liebe Freunde,

Der Höhepunkt der letzten Monate war für mich das Sonderkonzert, dem ich im März in Japan beiwohnte. Das Konzert, gespielt von Studenten der drei Music Sharing-Partnerschulen in Tokio, gipfelte in einer gemeinsamen Darbietung von Ravels Bolero. Die Studenten hatten am „Musical Instrument Guidance Support Program" teilgenommen, das es mittlerweile seit drei Jahren gibt und das Kindern mit körperlichen und Lernbehinderungen ermöglicht, ein Musikinstrument zu lernen.

Einer meiner größten Träume ist es, einmal im Jahr ein Orchesterkonzert zu organisieren, bei dem die Kinder aller unserer Partnerschulen zusammenkommen und gemeinsam musizieren. Das Konzert im März war der erste Schritt in diese Richtung. Es gab viel zu bedenken und einige Überraschungen. Vor allem in Bezug darauf, dass wir davon ausgehen, dass unsere Gesellschaft immer behindertenfreundlicher wird. Doch das ist reiner Egoismus - es ist noch ein langer Weg. Das merke ich auch immer wieder bei unseren International Community Engagement Programs (letztes Jahr in Indonesien; dieses Jahr geht es in die Mongolei): Wir sind in unseren eigenen Ansichten gefangen, doch diese sind subjektiv und täuschend.

Als der Bolero begann, war ich vollkommen überwältigt. Von der Energie der Kinder, der Eltern und Familien, der Lehrer... und ihrer Hingabe an das Leben und die Gesundheit. Und von der Musik, die all das zusammenführte und uns allen im Saal mit dieser Erfahrung bereichert hat.

Midori

 
International Community Engagement Program 2009 in der Mongolei
Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier: click here


Photo by T.Oda
After the performance


Watch Midori on the NHK World TV/jibtv Channel

“Japan in the First Person – My Life, My Nation”
http://www.gotomidori.com/

Midori is on the cover of the August/September 2008 issue of STRINGS magazine. To read the article by James Reel, "A Force for Change,"
http://www.stringsmagazine
.com/article/default.aspx
?articleid=22846
   

 
   
 

Januar 2009

Liebe Freunde,

der vergangene Jahreswechsel war in vielerlei Hinsicht ereignisreich. Im Dezember besuchte ich im Rahmen meines Music Sharing's International Community Engagement Program mit einer Gruppe junger Musiker Indonesien. Wir entdeckten nicht nur neue kulturelle Horizonte sondern wurden auch von den Begegnungen mit den Kindern inspiriert, die uns wärmstens empfingen und ein begeistertes Publikum abgaben.

Kurz nach der großen Hitze Südostasiens zog ich meine Schneestiefel an und wich im Mittleren Westen der USA, wo ich Konzerte gab, kaum von der Heizung in meiner Garderobe. Meine Umgebung stellt mich immer wieder vor große Gegensätze...

An der USC [University of Southern California, Thornton School of Music] begann das neue Semester mit dem üblichen Eifer. Die Studenten scheinen froh zu sein, wieder in ihre Routine des Übens zurückzukehren - genau wie ich. Unsere Streicherabteilung erwartet ein aufregendes Frühjahr mit vielen Veranstaltungen, darunter Meisterkurse namhafter Musiker. So wird zum Beispiel diesen Monat ein alter Schulkamerad von mir, Gil Shaham, in Thornton sein.

Ende Januar/Anfang Februar werde ich auf Tour nach Italien gehen, so dass meine Geige an ihren Geburtsort zurückkehrt: Nach Cremona. Dort wurde sie von Guarneri des Gesú 1734 gebaut.

Ich hoffe, das neue Jahr bringt Euch Glück!

Midori

 


Midori in the meeting


meet & greet after the concert
at the Barbican Hall on February 26th, 2009

   

 
   
 

Nobember 2008

Liebe Freunde,

Ich freue mich, Euch mal wieder schreiben zu können! Zur Abwechslung entspanne ich gerade am Flughafen von Salt Lake City, wo ich zwischen zwei Flügen eine Menge Zeit habe. In diesen Tagen sind die Flughafenverbindungen genauso hektisch wie immer, jeder ist immerzu auf dem Sprung.

Die kommende Tournee führt mich an Orte, an denen ich nie zuvor war, und ich bin schon sehr gespannt. Talinn, Belgrad, St. Petersburg, Riga, Vilnius – diese neuen Eindrücke und Umgebungen werden mir viel Stoff zum Nachdenken geben, und mehr. Bisher habe ich lediglich Photos gesehen und über diese Orte gelesen, und so wird es etwas ganz besonderes sein, diese Städte tatsächlich zu besuchen.

Der Dezember steht schon vor der Tür, und damit die Zeit für das Music Sharing International Community Engagement Program. Nachdem wir letztes Jahr in Kambodscha waren, steht dieses Jahr Indonesien auf dem Programm. Die Wochen werden sicherlich wieder augenöffnend sein, so wie bei den International Community Engagement Programs davor.

Ich freue mich darauf, meine Entdeckungen in den nächsten Wochen zu teilen.

Midori

   




Midori, Jonathan Biss and Johannes Moser rehearse at the Wigmore Hall, London


 
   
 

Juli 2008

Liebe Freunde,

diesmal grüße ich Euch inmitten der heißen Phase zu Beginn einer ganz besonderen Europa-Tournee. Meine guten Freunde, der Pianist Jonathan Biss und der Cellist Johannes Moser, und ich bereiten uns in der Idylle von Schloss Elmau auf unsere Trio-Tournee vor.

Jonathan und ich trafen uns zum ersten Mal vor über 10 Jahren, als er gerade 16 Jahre alt war. Seit wir beim Marlboro Festival in Vermont zusammen Kammermusik erarbeitet haben, hatten wir über die Jahre doch selten die Möglichkeit, öffentlich aufzutreten. Unsere Freundschaft geht über ein inspriertes Musizieren hinaus, und wir freuen uns, dazu für die Tournee einen so guten Musiker wie Johannes Moser gewonnen zu haben.

Es handelt sich in der Tat um eine „Tournee für die Liebe zur Musik“, wir haben Spaß miteinander und ich freue mich wahnsinnig! Wenn wir proben, gibt es kein „um den heißen Brei herumreden“ – manchmal sind wir in der gegenseitigen Kritik regelrecht barsch zueinander, aber niemals beleidigt. Die Schönheit der Musik von Schumann, Kirchner und Beethoven leitet uns. Wir tauchen in die Musik ein und am Ende des Tages staunen wir über unser großes Glück, diese großartige Musik interpretieren und uns von ihr inspirieren lassen zu dürfen.

Midori

   
   

 
   
 

14. Mai 2008

Liebe Freunde

Ich bin mitten in einer Europa-Tournee und werde Deutschland gleich in Richtung Dubrovnik verlassen.

Diese Tour hat mich ein breites Repertoire ganz neu erforschen lassen, von Beethovens großer Kreutzer-Sonate bis zu Magnus Lindberg. Sein Werk (Sonatas) wurde 1979 geschrieben, es ist also das älteste Stück im Neue Musik-Rezitalprogramm, doch schon beim ersten Hören wird klar, dass dieses Werk das avantgardistischste ist, so wie das jüngste Stück im Programm, Pendereckis zweite Sonate, das traditionellste ist.

Die vergangenen Wochen ließen mich vielen neuen Erfahrungen begegnen, sowohl durch neues Repertoire als auch durch neue Kollegen. Besonders in New York: Beim letzten Teil meines Bach – Schnittke – Takemitsu-Projekts hatte ich ich Möglichkeit, mit dem jungen deutschen Geiger Augustin Hadelich Schnittkes Concerto Grosso Nr. 1 zu spielen, ein besonders erfreuliches Erlebnis. Im Verlauf der Neue Musik-Tournee trafen wir auf neue Veranstalter und neues Publikum, vom Radialsystem V in Berlin bis zu den Studenten an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow, was mein Leben durch neue Gesichter und Kontakte bereicherte.

Der Sommer kommt, und neben meinen weiterhin vielen Reisen und neuen Ereignissen hoffe ich, mich auf die kommende Saison vorbereiten zu können, zu lesen, zu recherchieren, zu lesen, zu schlafen und so weiter. Dies ist tatsächlich meine Zeit zum Auftanken.

Midori

   
       

 
       
  24. Februar 2008

Liebe Freunde

ich grüße Euch in bester Stimmung, heute aus New York. Dieses Wochenende bin ich in meiner einstigen Heimatstadt, um das zweite Konzert einer Reihe im Lincoln Center zu spielen, die sich auf die Musik von Bach, Alfred Schnittke und Tōru Takemitsu konzentriert. Das Wetter war in letzter Zeit nicht sehr nett zu mir, aber mit anderen Musikern an inspirierender Musik zu arbeiten, lässt die Trostlosigkeit draußen verblassen.

Die extremen Wetterbedingungen schienen mich von schon von der Westküste aus Richtung Osten zu verfolgen, denn ein starker Schneesturm zog über New York hinweg, als das Flugzeug, in dem ich saß, gerade landen sollte. Das Reisen an beiden Küsten ist tückisch und langsam, egal ob in der Luft oder zu Fuß.

Trotz alledem waren die letzten Monate für mich sehr interessant und lohnend, besonders im Hinblick auf meine neue Position als Leiterin der Streicherabteilung der University of Southern California/Thornton School of Music. Die Herausforderungen dieses neuen Jobs halten mich auf Trab und ich werde ständig von meinen Studenten und dem dynamischen Campus-Leben, aber auch meinem jüngsten Orchestra Residency-Projekt mit jungen Musikern in Des Moines, Iowa und dem Music Sharing International Community Engagement Program in Kambodscha revitalisiert.

Ich freue mich schon sehr auf den Frühling (und hoffentlich besseres Wetter). Schon bald, in der ersten März-Woche, steht eine Rezital-Tournee in Europa mit Charles Abramovic auf dem Programm, danach spiele ich mit dem Cleveland Orchestra und dem London Symphony Orchestra Tschaikowskys Violinkonzert. Wenn ich über diese musikalischen Erfahrungen nachdenke, gibt mir das auch an den düstersten Wintertagen Energie und Inspiration.

Midori
   
       

 
       
  Midoris neue CD

Midoris neue CD, fur die sie Bachs Solosonate Nr. 2 a-Moll BWV 1003 und Bartoks Sonate Nr. 1 fur Violine und Klavier aufgenommen hat, wird am 19. Dezember 2007 in Japan erscheinen. Die Veröffentlichung in anderen Ländern ist fur 2008 geplant.

Hier konnen Sie einen Videoclip anschauen, in dem Midori Auszüge aus der Bach-Sonate spielt und uber das Werk spricht:
http://www.gotomidori.com/japan/movie/midori05.html."
   
       

 
  6. November 2007

Liebe Freunde

über Teile der USA scheint sich der Herbst zu senken, doch hier in Kalifornien genieße ich noch immer den Gesang der Grillen, wenn ich nach dem Unterrichten aus meinem Studio komme.

In diesem Herbst war ich schon viel unterwegs - zu dieser Jahreszeit bedeutet das wöchentliche Aufenthalte am Flughafen von Los Angeles. Schon sehr bald werde ich im Flugzeug nach Frankfurt sitzen, um dort Benjamin Brittens Violinkonzert zu spielen, eines der kraftvollsten und niederschmetterndsten Werke, das ich je gespielt habe.

Britten arbeitete an diesem Meisterwerk am Vorabend des Zweiten Weltkriegs und beendete es 1939 während eines Kanada-Aufenthalts. Es zollt denen Tribut, die im Spanischen Bürgerkrieg ihr Leben verloren.

Bestehend aus drei Sätzen, entwickelt sich im letzten Satz die Kadenz zu einer Passacaglia - dies markiert den Beginn Brittens fortwährender Verwendung einer solchen in jedem noch folgenden Opus. Innerhalb des Konzerts durchleben die Variationen eine dynamische Spanne von Emotionen, die in der letzten ihren Höhepunkt an Ernsthaftigkeit und Mutlosigkeit findet. Am Ende verschwindet das Werk in einem Flüstern.

Das Violinkonzert von Britten schickt mich jedes Mal auf eine gewaltige emotionale Reise. Ich freue mich auf jede einzelne Aufführung in Frankfurt.

Midori
   
       

 
   
  23. Juli 2007

Liebe Freunde

Am Abend vor meinem Abflug nach Kyoto, wo ich an einer Konferenz uber US-amerikanisch - japanische Beziehungen teilnehme, versuche ich, die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen.

Der Sommer ist fur mich immer eine ereignisreiche Zeit. Zum ersten mal in meinem Leben fahre ich Auto. So konnte ich mich im Juni ganz bequem selbst zu einem Kloster-Aufenthalt fahren. Mit dem Ziel, auf unkomplizierte und bescheidene Art und Weise ein wenig Ruhe zu finden, landete ich in einer Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen mitten in Massachussetts. Diese ruhige, stille Zeit ging wie im Flug vorüber, die regenerative Energie sollte mir jedoch lange erhalten bleiben.

In etwa einer Woche komme ich in Lübeck an, Stadt des Marzipans und der Buddenbrooks. Dort werde ich die Moglichkeit haben, zusammen mit jüngeren Musikern in das Violin- und Kammermusik-Repertoire einzutauchen. Von dort geht es dann nach Skandinavien, und quasi direkt danach beginnt meine Sommer-Rezitaltournee mit einem Konzert in Köln. Wie immer enthält mein Deutschland-Besuch einige Tage in Köln, wo ich den Garten und Grillabende geniesen werde.

Viele weitere Abenteuer erwarten mich diesen Sommer.

Midori
   
       

 
       
  "Midori gibt Meisterkurse beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2007"

Midori gibt vom 1.-8. August 2007 wieder Meisterkurse beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Seit 1987 stehen die Meisterkurse in der Musikhochschule Lübeck auf dem Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals. International renommierte Künstler widmen sich in der Musikhochschule Lübeck der instrumental-solistischen Weiterbildung talentierter Studenten. In diesem Jahr unterreichtet Midori vier Studenten in Einzelunterricht auf der Violine sowie jeweils zwei Geigen-, Bratschen- und Cello-Studenten in Kammermusik.

Eingebettet in die historische Lübecker Altstadt, bietet die Musikhochschule den Teilnehmern sehr gute Übemöglichkeiten in einem wunderschönen Ambiente denkmalgeschützter Bürger- und Kaufmannshäuser. Das Schleswig-Holstein Musik Festival sorgt für die Verpflegung und die Unterbringung der Teilnehmer. Die Meisterkurse in der Musikhochschule Lübeck sind öffentlich und bieten allen Interessierten als Gasthörer Einblicke in die tagliche musikalische Arbeit.

Die aktiven Teilnehmer der Kurse werden per CD-Auswahlverfahren ermittelt und über das Ergebnis informiert. Nicht ausgewählte Bewerber können als Gasthörer teilnehmen. Informationen über Anmeldung und Verlauf der Meisterkurse finden Sie hier:
http://www.shmf.de/inhalt.asp?ID=4913&Zeit=16:31:34
&BesucherID=30367


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"Zweites Seminar am Midori Center for Community Engagement an der USC"

Ende Juni gab Midori ihr erstes Seminar fur das neue "Midori Center for Community Engagement" an der University of Southern California, Thornton School of Music, wo sie den angesehenen Jascha Heifetz Lehrstuhl innehat. Aufgrund ihres langjährigen Engagements für Organisationen, mit denen sie Menschen den Zugang zur Musik zu ermöglicht, wurde sie beauftragt, ein Programm für die USC zu entwickeln, welches wiederum anderen Musikern helfen soll, im Laufe ihrer Karriere selbst derartige Projekte zu entwerfen.

Midori: "Es gehört zu einer erfolgreichen Künstler-Karriere dazu, dass man sich selbst als Botschafter der Musik und der musikalischen Ausbildung engagiert. Es ist wichtig, dass Künstler motiviert und vorbereitet sind, mit Menschen in Kontakt zu treten. Ich habe festgestellt, dass junge Musiker mit zunehmender Begeisterung daran interessiert sind, mit der Gesellschaft auserhalb des Konzertsaals zu kommunizieren. Dies ist heute vollkommen anders als zum Zeitpunkt meiner ersten Outreach-Organisation in den frühen 90er Jahren, als ich die Musik in die New Yorker Klassenzimmer bringen wollte. Im Bewusstsein der heutigen Musiker existiert ein wachsendes Bestreben danach, grundlegende Fähigkeiten zu erlernen, die zu einem erfolgreichen Outreach-Programm führen. Das neue Center hat zum Ziel, diesen engagierten Musikern ein Forum zu bieten, das ihnen Hinweise, Ideen und eine Ausbildung liefert, um in der Gesellschaft aktiv zu werden und für die Kunst allgemein, auf regionaler und nationaler Ebene, einzutreten."

Informationen zum zweiten Seminar vom 16.-18. Juni 2007 finden Sie auf der Webseite der USC Thornton School of Music:
http://www.usc.edu/schools/music/about/signature/outreach/
midori_center/

 





       

 
       
  Liebe Freunde

Viele Grüße aus Pamplona! Ich bin auf einer der wenigen Europa-Tourneen, während der ich nicht Station in Deutschland mache.

Meine nächste Tournee nach Deutschland ist erst im Mai, und davor habe ich viele Pläne in den USA - viele spannende Projekte kommen in diesen Frühling auf mich zu. Vom "Orchestra Residency Program" in Montana, wo ich intensiv mit dem dortigen Jugendorchester arbeiten werde, über das für diese Saison letzte "Partners in Perfomance"-Konzert in Virginia bis zu der Amerika-Premiere des Werks "Lost Landscapes" von dem großen finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara. Aus der Zusammenarbeit mit all diesen Menschen schöpfe ich unablässig Energie und Inspiration.

Wenn ich das nächste Mal in Deutschland bin, werden die Blumen blühen und die Bäume neue Blätter tragen. Darauf freue ich mich ganz besonders.

Bis dahin!

Midori
   
       

 
       
  Sonntag 31. Dezember 2006

Liebe Freunde,

ich bin gerade mit drei jungen Musikern von einer 10-tägigen Reise durch Vietnam zurückgekehrt. Um es kurz zu fassen: diese Reise war ganz außergewöhnlich und hat mich sehr begeistert. Zusammen mit Mitgliedern der Konservatorien von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt besuchten wir Schulen und Institute. Ich war sehr beeindruckt von der Herzlichkeit, mit der die Kinder und ihre Lehrer uns willkommen hießen. Sie empfingen uns mit freundlichem Lächeln und offenen Armen.

Vietnam war für mich eine neue Welt und hat mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben über Musik und die Zukunft meiner Arbeiten. Wir waren so vollständig involviert in unsere Aktivitäten in Vietnam, dass wir gar keine Zeit hatten, darüber nachzudenken, dass wir vom Rest der Welt abgetrennt waren. Ohne Email, Internet, englische Zeitungen oder Fernsehen fühlten wir uns überraschenderweise sehr friedlich und ruhig.

Jede Stunde wurden wir mit neuen Herausforderungen, neuen Ideen, neuen Einsichten, neuen Klängen konfrontiert. Wir waren ständig von Kindern umgeben. Viele von ihnen, vor allem diejenigen, die verlassen oder behindert waren, zeigten uns herzliche Zuneigung und Begeisterung. Wir fühlten uns sehr geehrt, dass sie uns so aufgenommen haben.

Die nächsten Monate werde ich viel über diese Reise nachzudenken haben und hoffe zuversichtlich, dass Sie meine Erfahrungen auf dieser Webseite mit mir teilen werden. Lassen Sie uns das Neue Jahr mit Hoffnung und Dankbarkeit willkommen heißen.

Midori
 
 
Photos: T.Oda
       

 
       
  Liebe Freunde,

Der November ist gekommen, doch hier in Los Angeles scheint die Sonne, hält mich warm und zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht.

Die letzten Wochen führten mich einige Male zurück an die Ostküste aus ganz verschiedenen beruflichen Gründen: Kinderkonzerte in Schulen (im Rahmen von Midori & Friends), Besprechungen, Proben etc. etc. Zufälligerweise fanden in diesem Herbst die meisten meiner Konzerte an der Ostküste oder im Mittleren Westen statt, und so waren dieser Tage "Red-Eye"-Flüge (inner-amerikanische Nachtflüge von Westen nach Osten, die die Passagiere wegen des Schlafmangels oft mit geröteten Augen verlassen) jede Woche ganz normal.

In wenigen Wochen fliege ich wieder nach Deutschland, um die Uraufführung eines Werkes für Violine und Klavier von Einojuhani Rautavaara zu spielen. Der Komponist hat es Lost Landscapes genannt, und ich habe lange auf die Vollendung dieses schönen Stückes gewartet. Während es über die letzten Jahre zum Leben erweckt wurde, hatte ich die Ehre, mit Rautavaara persönlich und per E-Mail zu kommunizieren. Er ist sehr offen mit unseren Fragen zu Tempo, Artikulation, Vorzeichen usw. umgegangen und gab uns stets sehr hilfreiche Antworten.

Eine der herausragendsten Charakteristiken des Werks ist seine Ernsthaftigkeit. Eine andere ist Schlichtheit. Vielleicht, weil jeder versucht, die im Leben mächtigen Elemente zu finden, habe ich einen starken Bezug zu diesem Stück. Ich bin dankbar, ein Teil des Prozesses gewesen zu sein, währenddessen es Eigendynamik entwickelte, und ich freue mich auf die erste öffentliche Aufführung am 18. November in München und den folgenden Städten.

Mit den besten Wünschen,

Midori
 
Das Studio-Maskottchen - es heißt Gentleman.
       

 
       
  Juli 2006

Viele Grüße aus Australien!

Diesen Sommer überspringe ich zur Abwechslung mal Europa und bin unten in Australien. Es ist meine erste Reise hierher, und absolut alles ist anders als jeder Ort, wo ich zuvor war. Die Gangart des Alltags ist ziemlich speziell, und in den ersten Tagen nach meiner Ankunft war ich, in Verbindung mit Zeitverschiebung und dem Jetlag ein bisschen durcheinander. Aber jetzt genieße ich ein wenig Ruhe zwischen Proben und Konzerten.

Ich weiß, die Zeit rennt - schon bald bin ich wieder in den USA, in Vermont, wo ich für ein paar Wochen in Kammermusik und mehr Zeit zum Denken und Schreiben eintauchen werde. Dann beginnt die Schule; hoffentlich schaffe ich es noch, alle Kisten auszupacken, jetzt, wo ich endlich dem Umzug nach Los Angeles geschafft habe, nach 24 Jahren in New York. Dann beginnt die neue Saison, dieses Mal mit einem Auftritt in Osnabrück. Darauf freue ich mich sehr, denn ich spiele Bartóks zweites Violinkonzert - ein Werk, das in meiner Karriere einen besonderen Platz einnimmt.

Bis dahin genießt das schöne Wetter.

Midori
   
       

 
       
  Mai 2006

Grüßt Euch

In den letzten zwei Wochen bin ich mit meinem Rezitalprogamm mal wieder in die Musik, die in meiner eigenen Zeit entstanden ist, eingetaucht. Das war sehr belebend, und mehr als einfach nur Auftritte. Um dem interessierten Publikum mehr Informationen zugänglich zu machen, gab es Workshops, Konzerteinführungen, einen Meisterkurs, Diskussionsrunden etc. All das war sehr anregend und motivierend.

Nun bin ich nach den letzten Tagen des Unterrichtens für kurze Zeit zurück in New York und bereite mich ich auf meine nächste Europareise vor. Um einen Vorsprung zu haben, arbeite ich in den paar Tagen, die ich hier in New York sein kann, für das neue Schuljahr vor, das im August (!) beginnt. Vorausschauendes Planen ist immer gut - und es ist etwas, das ich meinen Schülern einprägen möchte. Allerdings ist der Versuch, meinen eigenen Standards gerecht zu werden, ebenfalls eine große Herausforderung!

Die kommende Europa-Tournee wird lang – und ich freue mich schon, dort zu sein.

Midori
   
       

 
       
 

März 2006

Liebe Freunde

Ich grüße Euch aus Köln, einem der für mich friedlichsten und erholsamsten Orte in Europa. Hier finde ich Stille und komme zur Ruhe, außerdem kann ich im Haus von Freunden üben, wann immer ich will. Dieses Haus ist für mich zu einem zweiten Zuhause geworden, in das ich beinahe jedesmal komme, wenn ich in Deutschland bin.

Für jemanden, der soviel für Konzerte umherreist, ist es extrem wichtig, eine solche "Homebase" zu haben. In Köln finde ich die Wärme einer Familie, Lachen, Fürsorge, Lächeln, unprätentiöses Essen, Freiheit... Gleichzeitig ein gemütliches Chaos und Unabhängigkeit, worin ich mich einfach vollkommen zuhause fü
hlen kann. Und auch eine Couch für ein schnelles Nickerchen oder auch Reste vom Essen des Vortags oder ein schneller Snack sind jederzeit verfügbar.

Bald werde ich zurück in den USA sein – von Küste zu Küste zwischen New York und Los Angeles – und in etwa 6 Wochen bin ich wieder in Köln. Dieser Gedanke lässt mich in der Zwischenzeit ruhig und entspannt bleiben."

Midori

 
       

     

Midori in NY, December 2005


Das Jahr in Bildern (click here)
  Dezember 2005

Liebe Freunde,

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Das macht uns besinnlich und lässt uns schmerzlich fühlen, wie die Zeit vergeht. Von der anderen Seite betrachtet, ist diese Zeit des Jahres gut, um einen Abschluss zu machen, oder einen Maßstab für die ständig aufkommenden Ideen, Gedanken und Aktivitäten zu setzen. Vielleicht ist dies der Weg, neue Herausforderungen anzunehmen, und alte auf die nächste Stufe zu bringen.


Auf die vergangenen 12 Monate zurückblickend, von den Beben im Indischen Ozean (im Dezember und dem neuerlichen Übergriff im April) und in Pakistan, zu den Hurrikanen Katrina und Rita, denke ich stets an die Kräfte der Natur, die unsere Welt verwüsten, und deren auf lange Zeit tragischen Auswirkungen. Die Gesichter der Opfer, vor allem der Kinder, die ständig in den Medien zu sehen sind, sind allgegenwärtig und ernüchternd, können aber das Ausmaß der emotionalen und gesellschaftlichen Schocks, die sie erlitten haben, nicht annähernd vermitteln.

Mich an die Routine zu gewöhnen, regelmäßig nach Los Angeles zu pendeln und mich dort in der Wohnung einzuleben, erschreckte mich zu Anfang, doch es war immer vergnüglich. Die Frühlings- und Sommermonate waren voll mit den Projekten u. a. der University und Orchestra Residency, Partners in Performance und Total Experience-Programme und, beruflich gesehen, lebhaft und aufregend. Nach einer langen Sommertournee in Asien und Europa, von der sich ein großer Teil in Deutschland abspielte, habe ich im Studio Bachs Solosonate a-Moll eingespielt, gefolgt von einem Abstecher nach Brasilien. Der Herbst brachte mich nochmals nach Deutschland und von dort aus weiter nach Japan, zusammen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Mariss Jansons.


Daheim erlebe ich, wie mein kleiner Bruder erwachsen wird. Er ist jetzt in der Oberstufe, und ich höre meiner Mutter zu, die sich um seine Collegeausbildung und seine Zukunft sorgt, während ein Anmeldeschluss für die Tests und Bewerbungen den nächsten jagt.


Ich behalte meine Sorgen für mich, meist erfolgreich. In etwa 8 Monaten wird er sein Zuhause verlassen. Der Gedanke, dass der Kleine von Zuhause fortgeht, ist ein großer Unterschied zu dem, ihn dort zurückzulassen. Letzteres tue ich seit vielen Jahren. Mein Bruder und ich saßen vor ein paar Tagen wie gebannt vor dem Computer und warteten auf die Annahmebestätigung eines Colleges, die per E-mail kommen sollte. Als sie kam, öffneten wir sie gemeinsam, und als klar wurde, dass er angenommen wurde, fühlte es sich für mich an, als ginge er nun in eine andere Welt, während er sich unheimlich freute. Nach einer Sekunde Leere, überkam mich, nach den letzten paar Monaten, Erleichterung. Sich an seine neue Unabhängigkeit zu gewöhnen, wird seine Zeit brauchen.

In diesem Jahr am schwersten zu akzeptieren war eine persönliche Sache: Nachdem ich immer zwei Hunde hatte, hatte ich plötzlich nur noch einen, und dann keinen mehr, als im November 2004 zuerst Willa starb und dann im April Franzie. Beide hatten ein 15 Jahre langes, wunderbares Leben. In seinen letzten Monaten, in denen Franzie mit seiner Krankheit kämpfte, brachte er die Familie zusammen und erinnerte uns stetig daran, wie unbeschreiblich wertvoll das Leben ist, und dass Liebe uns befähigt, über uns selbst hinauszuwachsen.

Mein neues Jahr beginnt wiederum in Deutschland - ich freue mich darauf. Für das Neue Jahr sende ich Euch meine besten Wünsche,

Midori
 
       

 
     


photo: Axel Nickolaus   www.festivalfoto.de

 

August 2005

Liebe Freunde,

ich bin wieder zurück in Deutschland, aber diesmal nicht für einen Tag, um am nächsten Tag gleich wieder zurückzufahren, sondern für einen längeren Besuch.

Meine erste Station war das idyllische Salzau, um mich auf die drei Konzerte mit dem Orchester des Schleswig-Holstein Musik Festivals vorzubereiten. Umgeben von viel Grün und mit erschwertem Zugang zu Telefon, Internet usw. vergrub man sich in die Musik.

Mit jungen Musikern zu arbeiten, ist immer etwas Spezielles. In der folgenden Woche in Lübeck wurde ich doppelt belohnt, indem ich Kammermusik spielte und mit einzelnen Geigenstudenten in einem Meisterkurs arbeiten konnte. Junge Musiker inspirieren mich jedesmal und erinnern mich an meine Jugend, als ich voll unendlicher Energie steckte. Die fünf Tage in Lübeck gaben mir die Möglichkeit, mich mit ihren Energien auseinanderzusetzen, und ich war hinterher wie neugeboren.

Bis zum Ende des Sommers sind noch mehr aufregende Dinge geplant: z. B. die Aufnahme der Bach-Solosonate in a-Moll für Sony/BMG und eine Reise nach Helsinki, um mit dem großen Komponisten Einojuhani Rautavaara an einem neuen Werk für Violine und Klavier zu arbeiten, das er mir widmen will. Dann, bevor ich zur Besinnung komme, startet die Universität wieder, und ich freue mich sehr, all meine Studenten wiederzusehen. Als ich in Lübeck war, merkte ich, wie sehr ich sie den ganzen Sommer über vermisst habe und welche mentale Unterstützung sie für mich jeden Tag sind.

Midori

 
       

 
       
 

Mai 2005

Heute bin ich zwischen dem Orchestra Residency Program (ORP) in Duluth/Minnesota und meinen Europa-Rezitalen für eine Nacht zuhause.

Die Aufregung der intensiven Arbeit mit den jungen Menschen in Duluth ist noch ganz frisch, und nun tauche ich in die Franck-Sonate ein, ein großartiges Stück, das Bob und ich seit einigen Jahren nicht mehr zusammen gespielt haben. Während unserer Proben fallen uns verschiedene Details auf und wir fragen uns gegenseitig ganz überrascht: „Haben wir dieses Stück schon einmal gespielt?!”

Musik bietet uns viele erfrischende Möglichkeiten zu lernen, und wir sind dankbar, motiviert und angeregt.

Midori

   
       

 
     
 

März 2005

Liebe Freunde,

nachdem ich in den letzten zwei Monaten an drei verschiedenen Flughäfen festsaß, bin ich froh, dass der Frühling gekommen ist. Nun muss ich mich für einige Monate nicht mehr um Schneestürme kümmern.

Ich genieße die Sonne in Italien und werde nächste Woche in Budapest sein. Reisen bestimmen meine Karriere, und ich freue mich immer, Menschen an verschiedenen Orten zu treffen und mich mit ihnen zu unterhalten. Zu Hause warten meine Studenten und mein Hund Franzie. Ich bin sehr glücklich, dass ich sowohl interessante Reisen machen kann, als auch Zeit für mein zu Hause habe.

Der Monat März ist der Geburtsmonat von Johann Sebastian Bach, und um ihn zu feiern, nehme ich an einem Bachkonzert teil, das ein Student und seine Freunde organisiert haben. Es ist erstaunlich, wie zeitlos seine Musik ist, die Tiefe der Musik scheint bodenlos zu sein. Seine Werke zu spielen, wird nicht einfacher, aber sie bedeuten mit jeder Aufführung mehr für den Spieler.

Meine nächste Reise nach Deutschland ist im Mai, und ich freue mich schon sehr darauf.
Mit guten Wünschen für eine wunderschöne Frühlingssaison,

Midori

 
       

 
     

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Liebe Freunde,

trotz des tragischen Unglücks in Asien möchte ich Ihnen meine besten Wünsche für das neue Jahr zukommen lassen!

Die vergangenen Festtage waren für mich vor allem durch meine Asien-Tournee geprägt, und ich freue mich jetzt auf ein paar Tage in New York, bevor mich eine weitere Tournee nach Europa führt. Ganz besonders freue ich mich auf die Violinsonate von Isang Yun, ein ungeheuer leidenschaftliches Werk, das sowohl dem Interpreten als auch dem Publikum ein Höchstmaß an Konzentration und Energie abverlangt.

Ende Januar und im Februar werde ich zusammen mit Charlie Abramovic in vielen europäischen Städten zu Gast sein, darunter auch Hamburg, Köln, Frankfurt ü jeweils mit Konzerten, in denen auch die Yun-Sonate zu hören sein wird. Ich hoffe, dass Yuns tief empfundene Musik, deren Bedeutung im Kontext seiner Biographie noch an Bedeutung gewinnt, die Herzen der Hörer ebenso bewegt wie meines.

Herzliche Grüße,
Midori

 
       
     

Midori mit Musikstudenten in Thailand
 

Juli 2004

Liebe Freunde,

dieses Mal schreibe ich aus Bangkok, wo ich die letzten Tage verbracht habe. Jeder Nachmittag bringt Regen. Die Regentropfen sind riesig und fallen in einem enormen Tempo vom Himmel. Egal wo sie aufprallen, der Klang, den sie erzeugen, ist wundervoll, unvergesslich und lässt mich auch nachts in meinen Träumen nicht los.

Ich hatte auch die Gelegenheit, mit jungen Violinisten aus Thailand zu arbeiten. Ich habe die Zusammenarbeit sehr genossen und sende ihnen meine besten Wünsche für die Zukunft. Von De Bériot bis Bruch haben wir einen halben Tag mit Diskussionen und dem Ausprobieren und Auswerten von musikalischen Ideen verbracht. Wenn ich an meinen Besuch in Thailand denke, werde ich mich besonders daran erinnern und mein Dank geht an alle, die an diesem Abenteuer teilhatten!

Bis zum nächsten Mal und beste Wünsche für einen glücklichen Sommer,

Midori

 
       
     
 

April 2004

Liebe Freunde,

der Frühling ist da und überall sprießen unzählige Blumen. Obwohl ich niemals wirklich eine Botanikerin war, genieße ich dennoch die wunderschönen Farben und Formen der Blütenblätter. Sie scheinen auch den regnerischsten Tag ein wenig aufzuhellen.

Schon bald neigt sich die reguläre Spielzeit dem Ende zu und die Sommersaison beginnt. In diesem Jahr werde ich diese in Europa, den USA und Asien verbringen. Die Kontraste, die diese Orte so einmalig machen — von dem tiefen Blau des South Pacific in Thailand bis zu den nördlichen Lichtern von Skandinavien —, sind immer wieder faszinierend und aufregend. Auch das Repertoire des Sommers ist vielseitig und reicht von Vivaldis „Die vier Jahreszeiten" bis hin zu Alexander Goehrs Suite (2000).

Mit den besten Wünschen für einen schönen Frühling,
Midori

 

       
     
 

Januar 2004

Liebe Freunde,

wieder ist ein neues Jahr angebrochen und ich hoffe es wird für alle viele schöne Tage bereit halten.

Halten Sie sich warm, wo immer Sie gerade sind? Für mich ist das in letzter Zeit gar nicht so einfach gewesen. Es scheint, dass ich immer gerade dann irgendwo ankomme, wenn dort die kälteste Zeit des Jahres anbricht. Die Luftfeuchtigkeit ist niedrig und auch meine Geige leidet darunter.

Vor ein paar Wochen war ich im Rahmen meiner Tournee mit der Philharmonia wieder in Europa, u.a. in Vaduz und Luzern. Als Kind liebte ich die Zeichentrickserie „Heidi". Besonders lebhaft erinnere ich mich an Heidi, wie sie im Schnee herumtobt. Mir schien es damals, als wäre Heidi umgeben von Vanilleeis - das war meine erste Begegnung mit den Alpen.

Viele Grüße,
Ihre Midori

 

©2003 Lois Greenfield
       
     
 

Oktober 2003

Liebe Freunde,

in weniger als einem Monat werde ich wieder nach Deutschland kommen um eine Reihe von Rezitalen zu spielen. Da es schon fast sechs Monate her ist, dass ich zuletzt dort war, freue ich mich dieses Mal ganz besonders. In den letzten Jahren habe ich auf zahlreichen Konzertreisen nach Europa einige Dinge sehr lieb gewonnen und mich an die vielen - manchmal sogar monatlichen - Landungen am Frankfurter Flughafen und vor allem an die Besuche bei meinen Freunden in Köln gewöhnt. Insofern kommt die jetzige Deutschland-Tournee gerade rechtzeitig.

Das Repertoire dieser Tournee, auf der mich Charles Abramovic am Klavier begleiten wird, reicht von Bach bis Hindemith. Die Nebeneinanderstellung der verschiedenen Stile und Strukturen die wir in diesen Programmen mit unseren Instrumenten schaffen können ist großartig und verfehlt nie ihre Wirkung auf uns Musiker. Ob wir Musik von vor 300 Jahren oder aus der jüngsten Vergangenheit spielen, die Klangfülle inspiriert uns weiterzusuchen nach unser eigenen Seele.

Ich freue mich sehr auf diese Tournee und auf die anderen, die noch folgen sollen.

Beste Grüße
Midori

   
       
     


Photo: T. Oda

 

April 2003

Liebe Freunde,

 

   
  seit 1987 bin ich viele Male nach Deutschland gereist und habe meinen Aufenthalt dort immer sehr genossen. Jede Reise war nicht nur produktiv sondern auch interessant, anregend und aufregend.

Ich hoffe, dass diese Website es ermöglichen wird, einen engeren Kontakt zu halten. Musik und Internet sind sich in der Hinsicht ähnlich, dass für beide räumliche Grenzen nicht existieren.

Meine Idee war immer, dass Musik ein Mittel ist, Menschen in Kontakt miteinander zu bringen. Heute eröffnet das Internet dazu neue Möglichkeiten, die ich nutzen möchte, um den Dialog mit denen, die es möchten, lebendig zu halten. Ich hoffe, Sie finden viele interessante Neuigkeiten auf diesen Seiten, und falls Sie Gedanken, Ideen oder Anregungen zu meiner Website haben, freue ich mich immer über eine E-Mail.

So here we all are. Let us all be in touch.

Herzliche Grüße
Midori

 
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