Februar 2008    
       
  24. Februar 2008

Liebe Freunde

ich grüße Euch in bester Stimmung, heute aus New York. Dieses Wochenende bin ich in meiner einstigen Heimatstadt, um das zweite Konzert einer Reihe im Lincoln Center zu spielen, die sich auf die Musik von Bach, Alfred Schnittke und Tōru Takemitsu konzentriert. Das Wetter war in letzter Zeit nicht sehr nett zu mir, aber mit anderen Musikern an inspirierender Musik zu arbeiten, lässt die Trostlosigkeit draußen verblassen.

Die extremen Wetterbedingungen schienen mich von schon von der Westküste aus Richtung Osten zu verfolgen, denn ein starker Schneesturm zog über New York hinweg, als das Flugzeug, in dem ich saß, gerade landen sollte. Das Reisen an beiden Küsten ist tückisch und langsam, egal ob in der Luft oder zu Fuß.

Trotz alledem waren die letzten Monate für mich sehr interessant und lohnend, besonders im Hinblick auf meine neue Position als Leiterin der Streicherabteilung der University of Southern California/Thornton School of Music. Die Herausforderungen dieses neuen Jobs halten mich auf Trab und ich werde ständig von meinen Studenten und dem dynamischen Campus-Leben, aber auch meinem jüngsten Orchestra Residency-Projekt mit jungen Musikern in Des Moines, Iowa und dem Music Sharing International Community Engagement Program in Kambodscha revitalisiert.

Ich freue mich schon sehr auf den Frühling (und hoffentlich besseres Wetter). Schon bald, in der ersten März-Woche, steht eine Rezital-Tournee in Europa mit Charles Abramovic auf dem Programm, danach spiele ich mit dem Cleveland Orchestra und dem London Symphony Orchestra Tschaikowskys Violinkonzert. Wenn ich über diese musikalischen Erfahrungen nachdenke, gibt mir das auch an den düstersten Wintertagen Energie und Inspiration.

Midori
   
       

 
       
  Midoris neue CD

Midoris neue CD, fur die sie Bachs Solosonate Nr. 2 a-Moll BWV 1003 und Bartoks Sonate Nr. 1 fur Violine und Klavier aufgenommen hat, wird am 19. Dezember 2007 in Japan erscheinen. Die Veröffentlichung in anderen Ländern ist fur 2008 geplant.

Hier konnen Sie einen Videoclip anschauen, in dem Midori Auszüge aus der Bach-Sonate spielt und uber das Werk spricht:
http://www.gotomidori.com/japan/movie/midori05.html."
   
       

 
  6. November 2007

Liebe Freunde

über Teile der USA scheint sich der Herbst zu senken, doch hier in Kalifornien genieße ich noch immer den Gesang der Grillen, wenn ich nach dem Unterrichten aus meinem Studio komme.

In diesem Herbst war ich schon viel unterwegs - zu dieser Jahreszeit bedeutet das wöchentliche Aufenthalte am Flughafen von Los Angeles. Schon sehr bald werde ich im Flugzeug nach Frankfurt sitzen, um dort Benjamin Brittens Violinkonzert zu spielen, eines der kraftvollsten und niederschmetterndsten Werke, das ich je gespielt habe.

Britten arbeitete an diesem Meisterwerk am Vorabend des Zweiten Weltkriegs und beendete es 1939 während eines Kanada-Aufenthalts. Es zollt denen Tribut, die im Spanischen Bürgerkrieg ihr Leben verloren.

Bestehend aus drei Sätzen, entwickelt sich im letzten Satz die Kadenz zu einer Passacaglia - dies markiert den Beginn Brittens fortwährender Verwendung einer solchen in jedem noch folgenden Opus. Innerhalb des Konzerts durchleben die Variationen eine dynamische Spanne von Emotionen, die in der letzten ihren Höhepunkt an Ernsthaftigkeit und Mutlosigkeit findet. Am Ende verschwindet das Werk in einem Flüstern.

Das Violinkonzert von Britten schickt mich jedes Mal auf eine gewaltige emotionale Reise. Ich freue mich auf jede einzelne Aufführung in Frankfurt.

Midori
   
       

 
   
  23. Juli 2007

Liebe Freunde

Am Abend vor meinem Abflug nach Kyoto, wo ich an einer Konferenz uber US-amerikanisch - japanische Beziehungen teilnehme, versuche ich, die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen.

Der Sommer ist fur mich immer eine ereignisreiche Zeit. Zum ersten mal in meinem Leben fahre ich Auto. So konnte ich mich im Juni ganz bequem selbst zu einem Kloster-Aufenthalt fahren. Mit dem Ziel, auf unkomplizierte und bescheidene Art und Weise ein wenig Ruhe zu finden, landete ich in einer Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen mitten in Massachussetts. Diese ruhige, stille Zeit ging wie im Flug vorüber, die regenerative Energie sollte mir jedoch lange erhalten bleiben.

In etwa einer Woche komme ich in Lübeck an, Stadt des Marzipans und der Buddenbrooks. Dort werde ich die Moglichkeit haben, zusammen mit jüngeren Musikern in das Violin- und Kammermusik-Repertoire einzutauchen. Von dort geht es dann nach Skandinavien, und quasi direkt danach beginnt meine Sommer-Rezitaltournee mit einem Konzert in Köln. Wie immer enthält mein Deutschland-Besuch einige Tage in Köln, wo ich den Garten und Grillabende geniesen werde.

Viele weitere Abenteuer erwarten mich diesen Sommer.

Midori
   
       

 
       
  "Midori gibt Meisterkurse beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2007"

Midori gibt vom 1.-8. August 2007 wieder Meisterkurse beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Seit 1987 stehen die Meisterkurse in der Musikhochschule Lübeck auf dem Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals. International renommierte Künstler widmen sich in der Musikhochschule Lübeck der instrumental-solistischen Weiterbildung talentierter Studenten. In diesem Jahr unterreichtet Midori vier Studenten in Einzelunterricht auf der Violine sowie jeweils zwei Geigen-, Bratschen- und Cello-Studenten in Kammermusik.

Eingebettet in die historische Lübecker Altstadt, bietet die Musikhochschule den Teilnehmern sehr gute Übemöglichkeiten in einem wunderschönen Ambiente denkmalgeschützter Bürger- und Kaufmannshäuser. Das Schleswig-Holstein Musik Festival sorgt für die Verpflegung und die Unterbringung der Teilnehmer. Die Meisterkurse in der Musikhochschule Lübeck sind öffentlich und bieten allen Interessierten als Gasthörer Einblicke in die tagliche musikalische Arbeit.

Die aktiven Teilnehmer der Kurse werden per CD-Auswahlverfahren ermittelt und über das Ergebnis informiert. Nicht ausgewählte Bewerber können als Gasthörer teilnehmen. Informationen über Anmeldung und Verlauf der Meisterkurse finden Sie hier:
http://www.shmf.de/inhalt.asp?ID=4913&Zeit=16:31:34
&BesucherID=30367


                            *** ***
"Zweites Seminar am Midori Center for Community Engagement an der USC"

Ende Juni gab Midori ihr erstes Seminar fur das neue "Midori Center for Community Engagement" an der University of Southern California, Thornton School of Music, wo sie den angesehenen Jascha Heifetz Lehrstuhl innehat. Aufgrund ihres langjährigen Engagements für Organisationen, mit denen sie Menschen den Zugang zur Musik zu ermöglicht, wurde sie beauftragt, ein Programm für die USC zu entwickeln, welches wiederum anderen Musikern helfen soll, im Laufe ihrer Karriere selbst derartige Projekte zu entwerfen.

Midori: "Es gehört zu einer erfolgreichen Künstler-Karriere dazu, dass man sich selbst als Botschafter der Musik und der musikalischen Ausbildung engagiert. Es ist wichtig, dass Künstler motiviert und vorbereitet sind, mit Menschen in Kontakt zu treten. Ich habe festgestellt, dass junge Musiker mit zunehmender Begeisterung daran interessiert sind, mit der Gesellschaft auserhalb des Konzertsaals zu kommunizieren. Dies ist heute vollkommen anders als zum Zeitpunkt meiner ersten Outreach-Organisation in den frühen 90er Jahren, als ich die Musik in die New Yorker Klassenzimmer bringen wollte. Im Bewusstsein der heutigen Musiker existiert ein wachsendes Bestreben danach, grundlegende Fähigkeiten zu erlernen, die zu einem erfolgreichen Outreach-Programm führen. Das neue Center hat zum Ziel, diesen engagierten Musikern ein Forum zu bieten, das ihnen Hinweise, Ideen und eine Ausbildung liefert, um in der Gesellschaft aktiv zu werden und für die Kunst allgemein, auf regionaler und nationaler Ebene, einzutreten."

Informationen zum zweiten Seminar vom 16.-18. Juni 2007 finden Sie auf der Webseite der USC Thornton School of Music:
http://www.usc.edu/schools/music/about/signature/outreach/
midori_center/

 





       

 
       
  Liebe Freunde

Viele Grüße aus Pamplona! Ich bin auf einer der wenigen Europa-Tourneen, während der ich nicht Station in Deutschland mache.

Meine nächste Tournee nach Deutschland ist erst im Mai, und davor habe ich viele Pläne in den USA - viele spannende Projekte kommen in diesen Frühling auf mich zu. Vom "Orchestra Residency Program" in Montana, wo ich intensiv mit dem dortigen Jugendorchester arbeiten werde, über das für diese Saison letzte "Partners in Perfomance"-Konzert in Virginia bis zu der Amerika-Premiere des Werks "Lost Landscapes" von dem großen finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara. Aus der Zusammenarbeit mit all diesen Menschen schöpfe ich unablässig Energie und Inspiration.

Wenn ich das nächste Mal in Deutschland bin, werden die Blumen blühen und die Bäume neue Blätter tragen. Darauf freue ich mich ganz besonders.

Bis dahin!

Midori
   
       

 
       
  Sonntag 31. Dezember 2006

Liebe Freunde,

ich bin gerade mit drei jungen Musikern von einer 10-tägigen Reise durch Vietnam zurückgekehrt. Um es kurz zu fassen: diese Reise war ganz außergewöhnlich und hat mich sehr begeistert. Zusammen mit Mitgliedern der Konservatorien von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt besuchten wir Schulen und Institute. Ich war sehr beeindruckt von der Herzlichkeit, mit der die Kinder und ihre Lehrer uns willkommen hießen. Sie empfingen uns mit freundlichem Lächeln und offenen Armen.

Vietnam war für mich eine neue Welt und hat mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben über Musik und die Zukunft meiner Arbeiten. Wir waren so vollständig involviert in unsere Aktivitäten in Vietnam, dass wir gar keine Zeit hatten, darüber nachzudenken, dass wir vom Rest der Welt abgetrennt waren. Ohne Email, Internet, englische Zeitungen oder Fernsehen fühlten wir uns überraschenderweise sehr friedlich und ruhig.

Jede Stunde wurden wir mit neuen Herausforderungen, neuen Ideen, neuen Einsichten, neuen Klängen konfrontiert. Wir waren ständig von Kindern umgeben. Viele von ihnen, vor allem diejenigen, die verlassen oder behindert waren, zeigten uns herzliche Zuneigung und Begeisterung. Wir fühlten uns sehr geehrt, dass sie uns so aufgenommen haben.

Die nächsten Monate werde ich viel über diese Reise nachzudenken haben und hoffe zuversichtlich, dass Sie meine Erfahrungen auf dieser Webseite mit mir teilen werden. Lassen Sie uns das Neue Jahr mit Hoffnung und Dankbarkeit willkommen heißen.

Midori
 
 
Photos: T.Oda
       

 
       
  Liebe Freunde,

Der November ist gekommen, doch hier in Los Angeles scheint die Sonne, hält mich warm und zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht.

Die letzten Wochen führten mich einige Male zurück an die Ostküste aus ganz verschiedenen beruflichen Gründen: Kinderkonzerte in Schulen (im Rahmen von Midori & Friends), Besprechungen, Proben etc. etc. Zufälligerweise fanden in diesem Herbst die meisten meiner Konzerte an der Ostküste oder im Mittleren Westen statt, und so waren dieser Tage "Red-Eye"-Flüge (inner-amerikanische Nachtflüge von Westen nach Osten, die die Passagiere wegen des Schlafmangels oft mit geröteten Augen verlassen) jede Woche ganz normal.

In wenigen Wochen fliege ich wieder nach Deutschland, um die Uraufführung eines Werkes für Violine und Klavier von Einojuhani Rautavaara zu spielen. Der Komponist hat es Lost Landscapes genannt, und ich habe lange auf die Vollendung dieses schönen Stückes gewartet. Während es über die letzten Jahre zum Leben erweckt wurde, hatte ich die Ehre, mit Rautavaara persönlich und per E-Mail zu kommunizieren. Er ist sehr offen mit unseren Fragen zu Tempo, Artikulation, Vorzeichen usw. umgegangen und gab uns stets sehr hilfreiche Antworten.

Eine der herausragendsten Charakteristiken des Werks ist seine Ernsthaftigkeit. Eine andere ist Schlichtheit. Vielleicht, weil jeder versucht, die im Leben mächtigen Elemente zu finden, habe ich einen starken Bezug zu diesem Stück. Ich bin dankbar, ein Teil des Prozesses gewesen zu sein, währenddessen es Eigendynamik entwickelte, und ich freue mich auf die erste öffentliche Aufführung am 18. November in München und den folgenden Städten.

Mit den besten Wünschen,

Midori
 
Das Studio-Maskottchen - es heißt Gentleman.
       

 
       
  Juli 2006

Viele Grüße aus Australien!

Diesen Sommer überspringe ich zur Abwechslung mal Europa und bin unten in Australien. Es ist meine erste Reise hierher, und absolut alles ist anders als jeder Ort, wo ich zuvor war. Die Gangart des Alltags ist ziemlich speziell, und in den ersten Tagen nach meiner Ankunft war ich, in Verbindung mit Zeitverschiebung und dem Jetlag ein bisschen durcheinander. Aber jetzt genieße ich ein wenig Ruhe zwischen Proben und Konzerten.

Ich weiß, die Zeit rennt - schon bald bin ich wieder in den USA, in Vermont, wo ich für ein paar Wochen in Kammermusik und mehr Zeit zum Denken und Schreiben eintauchen werde. Dann beginnt die Schule; hoffentlich schaffe ich es noch, alle Kisten auszupacken, jetzt, wo ich endlich dem Umzug nach Los Angeles geschafft habe, nach 24 Jahren in New York. Dann beginnt die neue Saison, dieses Mal mit einem Auftritt in Osnabrück. Darauf freue ich mich sehr, denn ich spiele Bartóks zweites Violinkonzert - ein Werk, das in meiner Karriere einen besonderen Platz einnimmt.

Bis dahin genießt das schöne Wetter.

Midori
   
       

 
       
  Mai 2006

Grüßt Euch

In den letzten zwei Wochen bin ich mit meinem Rezitalprogamm mal wieder in die Musik, die in meiner eigenen Zeit entstanden ist, eingetaucht. Das war sehr belebend, und mehr als einfach nur Auftritte. Um dem interessierten Publikum mehr Informationen zugänglich zu machen, gab es Workshops, Konzerteinführungen, einen Meisterkurs, Diskussionsrunden etc. All das war sehr anregend und motivierend.

Nun bin ich nach den letzten Tagen des Unterrichtens für kurze Zeit zurück in New York und bereite mich ich auf meine nächste Europareise vor. Um einen Vorsprung zu haben, arbeite ich in den paar Tagen, die ich hier in New York sein kann, für das neue Schuljahr vor, das im August (!) beginnt. Vorausschauendes Planen ist immer gut - und es ist etwas, das ich meinen Schülern einprägen möchte. Allerdings ist der Versuch, meinen eigenen Standards gerecht zu werden, ebenfalls eine große Herausforderung!

Die kommende Europa-Tournee wird lang – und ich freue mich schon, dort zu sein.

Midori
   
       

 
       
 

März 2006

Liebe Freunde

Ich grüße Euch aus Köln, einem der für mich friedlichsten und erholsamsten Orte in Europa. Hier finde ich Stille und komme zur Ruhe, außerdem kann ich im Haus von Freunden üben, wann immer ich will. Dieses Haus ist für mich zu einem zweiten Zuhause geworden, in das ich beinahe jedesmal komme, wenn ich in Deutschland bin.

Für jemanden, der soviel für Konzerte umherreist, ist es extrem wichtig, eine solche "Homebase" zu haben. In Köln finde ich die Wärme einer Familie, Lachen, Fürsorge, Lächeln, unprätentiöses Essen, Freiheit... Gleichzeitig ein gemütliches Chaos und Unabhängigkeit, worin ich mich einfach vollkommen zuhause fü
hlen kann. Und auch eine Couch für ein schnelles Nickerchen oder auch Reste vom Essen des Vortags oder ein schneller Snack sind jederzeit verfügbar.

Bald werde ich zurück in den USA sein – von Küste zu Küste zwischen New York und Los Angeles – und in etwa 6 Wochen bin ich wieder in Köln. Dieser Gedanke lässt mich in der Zwischenzeit ruhig und entspannt bleiben."

Midori

 
       

     

Midori in NY, December 2005


Das Jahr in Bildern (click here)
  Dezember 2005

Liebe Freunde,

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Das macht uns besinnlich und lässt uns schmerzlich fühlen, wie die Zeit vergeht. Von der anderen Seite betrachtet, ist diese Zeit des Jahres gut, um einen Abschluss zu machen, oder einen Maßstab für die ständig aufkommenden Ideen, Gedanken und Aktivitäten zu setzen. Vielleicht ist dies der Weg, neue Herausforderungen anzunehmen, und alte auf die nächste Stufe zu bringen.


Auf die vergangenen 12 Monate zurückblickend, von den Beben im Indischen Ozean (im Dezember und dem neuerlichen Übergriff im April) und in Pakistan, zu den Hurrikanen Katrina und Rita, denke ich stets an die Kräfte der Natur, die unsere Welt verwüsten, und deren auf lange Zeit tragischen Auswirkungen. Die Gesichter der Opfer, vor allem der Kinder, die ständig in den Medien zu sehen sind, sind allgegenwärtig und ernüchternd, können aber das Ausmaß der emotionalen und gesellschaftlichen Schocks, die sie erlitten haben, nicht annähernd vermitteln.

Mich an die Routine zu gewöhnen, regelmäßig nach Los Angeles zu pendeln und mich dort in der Wohnung einzuleben, erschreckte mich zu Anfang, doch es war immer vergnüglich. Die Frühlings- und Sommermonate waren voll mit den Projekten u. a. der University und Orchestra Residency, Partners in Performance und Total Experience-Programme und, beruflich gesehen, lebhaft und aufregend. Nach einer langen Sommertournee in Asien und Europa, von der sich ein großer Teil in Deutschland abspielte, habe ich im Studio Bachs Solosonate a-Moll eingespielt, gefolgt von einem Abstecher nach Brasilien. Der Herbst brachte mich nochmals nach Deutschland und von dort aus weiter nach Japan, zusammen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Mariss Jansons.


Daheim erlebe ich, wie mein kleiner Bruder erwachsen wird. Er ist jetzt in der Oberstufe, und ich höre meiner Mutter zu, die sich um seine Collegeausbildung und seine Zukunft sorgt, während ein Anmeldeschluss für die Tests und Bewerbungen den nächsten jagt.


Ich behalte meine Sorgen für mich, meist erfolgreich. In etwa 8 Monaten wird er sein Zuhause verlassen. Der Gedanke, dass der Kleine von Zuhause fortgeht, ist ein großer Unterschied zu dem, ihn dort zurückzulassen. Letzteres tue ich seit vielen Jahren. Mein Bruder und ich saßen vor ein paar Tagen wie gebannt vor dem Computer und warteten auf die Annahmebestätigung eines Colleges, die per E-mail kommen sollte. Als sie kam, öffneten wir sie gemeinsam, und als klar wurde, dass er angenommen wurde, fühlte es sich für mich an, als ginge er nun in eine andere Welt, während er sich unheimlich freute. Nach einer Sekunde Leere, überkam mich, nach den letzten paar Monaten, Erleichterung. Sich an seine neue Unabhängigkeit zu gewöhnen, wird seine Zeit brauchen.

In diesem Jahr am schwersten zu akzeptieren war eine persönliche Sache: Nachdem ich immer zwei Hunde hatte, hatte ich plötzlich nur noch einen, und dann keinen mehr, als im November 2004 zuerst Willa starb und dann im April Franzie. Beide hatten ein 15 Jahre langes, wunderbares Leben. In seinen letzten Monaten, in denen Franzie mit seiner Krankheit kämpfte, brachte er die Familie zusammen und erinnerte uns stetig daran, wie unbeschreiblich wertvoll das Leben ist, und dass Liebe uns befähigt, über uns selbst hinauszuwachsen.

Mein neues Jahr beginnt wiederum in Deutschland - ich freue mich darauf. Für das Neue Jahr sende ich Euch meine besten Wünsche,

Midori
 
       

 
     


photo: Axel Nickolaus   www.festivalfoto.de

 

August 2005

Liebe Freunde,

ich bin wieder zurück in Deutschland, aber diesmal nicht für einen Tag, um am nächsten Tag gleich wieder zurückzufahren, sondern für einen längeren Besuch.

Meine erste Station war das idyllische Salzau, um mich auf die drei Konzerte mit dem Orchester des Schleswig-Holstein Musik Festivals vorzubereiten. Umgeben von viel Grün und mit erschwertem Zugang zu Telefon, Internet usw. vergrub man sich in die Musik.

Mit jungen Musikern zu arbeiten, ist immer etwas Spezielles. In der folgenden Woche in Lübeck wurde ich doppelt belohnt, indem ich Kammermusik spielte und mit einzelnen Geigenstudenten in einem Meisterkurs arbeiten konnte. Junge Musiker inspirieren mich jedesmal und erinnern mich an meine Jugend, als ich voll unendlicher Energie steckte. Die fünf Tage in Lübeck gaben mir die Möglichkeit, mich mit ihren Energien auseinanderzusetzen, und ich war hinterher wie neugeboren.

Bis zum Ende des Sommers sind noch mehr aufregende Dinge geplant: z. B. die Aufnahme der Bach-Solosonate in a-Moll für Sony/BMG und eine Reise nach Helsinki, um mit dem großen Komponisten Einojuhani Rautavaara an einem neuen Werk für Violine und Klavier zu arbeiten, das er mir widmen will. Dann, bevor ich zur Besinnung komme, startet die Universität wieder, und ich freue mich sehr, all meine Studenten wiederzusehen. Als ich in Lübeck war, merkte ich, wie sehr ich sie den ganzen Sommer über vermisst habe und welche mentale Unterstützung sie für mich jeden Tag sind.

Midori

 
       

 
       
 

Mai 2005

Heute bin ich zwischen dem Orchestra Residency Program (ORP) in Duluth/Minnesota und meinen Europa-Rezitalen für eine Nacht zuhause.

Die Aufregung der intensiven Arbeit mit den jungen Menschen in Duluth ist noch ganz frisch, und nun tauche ich in die Franck-Sonate ein, ein großartiges Stück, das Bob und ich seit einigen Jahren nicht mehr zusammen gespielt haben. Während unserer Proben fallen uns verschiedene Details auf und wir fragen uns gegenseitig ganz überrascht: „Haben wir dieses Stück schon einmal gespielt?!”

Musik bietet uns viele erfrischende Möglichkeiten zu lernen, und wir sind dankbar, motiviert und angeregt.

Midori

   
       

 
     
 

März 2005

Liebe Freunde,

nachdem ich in den letzten zwei Monaten an drei verschiedenen Flughäfen festsaß, bin ich froh, dass der Frühling gekommen ist. Nun muss ich mich für einige Monate nicht mehr um Schneestürme kümmern.

Ich genieße die Sonne in Italien und werde nächste Woche in Budapest sein. Reisen bestimmen meine Karriere, und ich freue mich immer, Menschen an verschiedenen Orten zu treffen und mich mit ihnen zu unterhalten. Zu Hause warten meine Studenten und mein Hund Franzie. Ich bin sehr glücklich, dass ich sowohl interessante Reisen machen kann, als auch Zeit für mein zu Hause habe.

Der Monat März ist der Geburtsmonat von Johann Sebastian Bach, und um ihn zu feiern, nehme ich an einem Bachkonzert teil, das ein Student und seine Freunde organisiert haben. Es ist erstaunlich, wie zeitlos seine Musik ist, die Tiefe der Musik scheint bodenlos zu sein. Seine Werke zu spielen, wird nicht einfacher, aber sie bedeuten mit jeder Aufführung mehr für den Spieler.

Meine nächste Reise nach Deutschland ist im Mai, und ich freue mich schon sehr darauf.
Mit guten Wünschen für eine wunderschöne Frühlingssaison,

Midori

 
       

 
     

Buch bei amazon direkt bestellen.
 

Liebe Freunde,

trotz des tragischen Unglücks in Asien möchte ich Ihnen meine besten Wünsche für das neue Jahr zukommen lassen!

Die vergangenen Festtage waren für mich vor allem durch meine Asien-Tournee geprägt, und ich freue mich jetzt auf ein paar Tage in New York, bevor mich eine weitere Tournee nach Europa führt. Ganz besonders freue ich mich auf die Violinsonate von Isang Yun, ein ungeheuer leidenschaftliches Werk, das sowohl dem Interpreten als auch dem Publikum ein Höchstmaß an Konzentration und Energie abverlangt.

Ende Januar und im Februar werde ich zusammen mit Charlie Abramovic in vielen europäischen Städten zu Gast sein, darunter auch Hamburg, Köln, Frankfurt ü jeweils mit Konzerten, in denen auch die Yun-Sonate zu hören sein wird. Ich hoffe, dass Yuns tief empfundene Musik, deren Bedeutung im Kontext seiner Biographie noch an Bedeutung gewinnt, die Herzen der Hörer ebenso bewegt wie meines.

Herzliche Grüße,
Midori

 
       
     

Midori mit Musikstudenten in Thailand
 

Juli 2004

Liebe Freunde,

dieses Mal schreibe ich aus Bangkok, wo ich die letzten Tage verbracht habe. Jeder Nachmittag bringt Regen. Die Regentropfen sind riesig und fallen in einem enormen Tempo vom Himmel. Egal wo sie aufprallen, der Klang, den sie erzeugen, ist wundervoll, unvergesslich und lässt mich auch nachts in meinen Träumen nicht los.

Ich hatte auch die Gelegenheit, mit jungen Violinisten aus Thailand zu arbeiten. Ich habe die Zusammenarbeit sehr genossen und sende ihnen meine besten Wünsche für die Zukunft. Von De Bériot bis Bruch haben wir einen halben Tag mit Diskussionen und dem Ausprobieren und Auswerten von musikalischen Ideen verbracht. Wenn ich an meinen Besuch in Thailand denke, werde ich mich besonders daran erinnern und mein Dank geht an alle, die an diesem Abenteuer teilhatten!

Bis zum nächsten Mal und beste Wünsche für einen glücklichen Sommer,

Midori

 
       
     
 

April 2004

Liebe Freunde,

der Frühling ist da und überall sprießen unzählige Blumen. Obwohl ich niemals wirklich eine Botanikerin war, genieße ich dennoch die wunderschönen Farben und Formen der Blütenblätter. Sie scheinen auch den regnerischsten Tag ein wenig aufzuhellen.

Schon bald neigt sich die reguläre Spielzeit dem Ende zu und die Sommersaison beginnt. In diesem Jahr werde ich diese in Europa, den USA und Asien verbringen. Die Kontraste, die diese Orte so einmalig machen — von dem tiefen Blau des South Pacific in Thailand bis zu den nördlichen Lichtern von Skandinavien —, sind immer wieder faszinierend und aufregend. Auch das Repertoire des Sommers ist vielseitig und reicht von Vivaldis „Die vier Jahreszeiten" bis hin zu Alexander Goehrs Suite (2000).

Mit den besten Wünschen für einen schönen Frühling,
Midori

 

       
     
 

Januar 2004

Liebe Freunde,

wieder ist ein neues Jahr angebrochen und ich hoffe es wird für alle viele schöne Tage bereit halten.

Halten Sie sich warm, wo immer Sie gerade sind? Für mich ist das in letzter Zeit gar nicht so einfach gewesen. Es scheint, dass ich immer gerade dann irgendwo ankomme, wenn dort die kälteste Zeit des Jahres anbricht. Die Luftfeuchtigkeit ist niedrig und auch meine Geige leidet darunter.

Vor ein paar Wochen war ich im Rahmen meiner Tournee mit der Philharmonia wieder in Europa, u.a. in Vaduz und Luzern. Als Kind liebte ich die Zeichentrickserie „Heidi". Besonders lebhaft erinnere ich mich an Heidi, wie sie im Schnee herumtobt. Mir schien es damals, als wäre Heidi umgeben von Vanilleeis - das war meine erste Begegnung mit den Alpen.

Viele Grüße,
Ihre Midori

 

©2003 Lois Greenfield
       
     
 

Oktober 2003

Liebe Freunde,

in weniger als einem Monat werde ich wieder nach Deutschland kommen um eine Reihe von Rezitalen zu spielen. Da es schon fast sechs Monate her ist, dass ich zuletzt dort war, freue ich mich dieses Mal ganz besonders. In den letzten Jahren habe ich auf zahlreichen Konzertreisen nach Europa einige Dinge sehr lieb gewonnen und mich an die vielen - manchmal sogar monatlichen - Landungen am Frankfurter Flughafen und vor allem an die Besuche bei meinen Freunden in Köln gewöhnt. Insofern kommt die jetzige Deutschland-Tournee gerade rechtzeitig.

Das Repertoire dieser Tournee, auf der mich Charles Abramovic am Klavier begleiten wird, reicht von Bach bis Hindemith. Die Nebeneinanderstellung der verschiedenen Stile und Strukturen die wir in diesen Programmen mit unseren Instrumenten schaffen können ist großartig und verfehlt nie ihre Wirkung auf uns Musiker. Ob wir Musik von vor 300 Jahren oder aus der jüngsten Vergangenheit spielen, die Klangfülle inspiriert uns weiterzusuchen nach unser eigenen Seele.

Ich freue mich sehr auf diese Tournee und auf die anderen, die noch folgen sollen.

Beste Grüße
Midori

   
       
     


Photo: T. Oda

 

April 2003

Liebe Freunde,

 

   
  seit 1987 bin ich viele Male nach Deutschland gereist und habe meinen Aufenthalt dort immer sehr genossen. Jede Reise war nicht nur produktiv sondern auch interessant, anregend und aufregend.

Ich hoffe, dass diese Website es ermöglichen wird, einen engeren Kontakt zu halten. Musik und Internet sind sich in der Hinsicht ähnlich, dass für beide räumliche Grenzen nicht existieren.

Meine Idee war immer, dass Musik ein Mittel ist, Menschen in Kontakt miteinander zu bringen. Heute eröffnet das Internet dazu neue Möglichkeiten, die ich nutzen möchte, um den Dialog mit denen, die es möchten, lebendig zu halten. Ich hoffe, Sie finden viele interessante Neuigkeiten auf diesen Seiten, und falls Sie Gedanken, Ideen oder Anregungen zu meiner Website haben, freue ich mich immer über eine E-Mail.

So here we all are. Let us all be in touch.

Herzliche Grüße
Midori

 
  Logo designed by Charles Danziger