Anton Webern, Vier Stücke Op. 7

In seinen 61 Lebensjahren komponierte Anton Webern gerade einmal 31 Werke und hinterließ damit im Vergleich zu anderen Komponisten ein relativ kleines Oeuvre. Eine Marathon-Aufführung mit sämtlichen seiner Stücke würde nur knappe vier Stunden in Anspruch nehmen.

Webern, der sich schon als Kind intensiv mit Kunst und Musik beschäftigte, erhielt den ersten Musikunterricht in Form von Klavierstunden bei seiner Mutter. Eine entscheidende Begegnung machte Webern im Jahr 1904, als er Arnold Schönberg kennen lernte und seine regelmäßigen Kompositionsstudien mit diesem ihren Anfang nahmen. Schönberg gilt als einer der bedeutendsten Denker der Musikgeschichte, dessen Einfluss sich nicht nur auf das frühe 20. Jahrhundert beschränkt, sondern auch heute noch spürbar ist. Unter seiner Leitung erhielt Webern eine fundierte Ausbildung in Komposition und wurde zu einem lebenslangen Anhänger seines Lehrers.

Die vier Stücke, op. 7 sind knapp in der Länge und reich an klanglicher Fülle. Sie sind reichlich gespickt mit detaillierten Anweisungen des Komponisten. Spielvorgaben wie kaum hörbar, col legno (Spiel mit dem Holz des Bogens nicht mit dem Haar), gerissen, pizzicato oder äußerst kurz zeugen von der durchstrukturierten Komplexität des Stückes.

Jedes einzelne der Stücke, die zwischen 9 und 24 Takte lang sind, dauert weniger als eine Minute. Für die Interpreten bedeutet die komprimierte Intensität des Stückes höchste Konzentration. Es erfordert Exaktheit und Spontaneität gleichermaßen, um die Intention des Komponisten wiederzugeben und gleichzeitig der Musik einen individuellen und einzigartigen Ausdruck zu verleihen.
 
 
(Januar 2003)
 
  Notes © 2003 by Midori, OFFICE GOTO CO., LTD., translated by Nicolai Burchartz
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