|
WITOLD
LUTOSŁAWSKI Subito
(1992) Während der Jahre der politischen Unterdrückung in Polen fuhr Lutosławski heimlich fort, neue Kompositionstechniken zu erfinden und zu erproben. Obwohl es ihm nicht möglich war, diese an die Öffentlichkeit zu bringen, da er sonst durch die politisch-kulturelleen Sanktionen zum Schweigen gebracht worden wäre, verfeinerte er diese Methoden immer weiter. Einiges kann man in Subito gut erkennen Stilistisch basiert dieses Stück auf einer Refrain-Episode. Subito öffnet mit Gesten, die für den Rest des Stückes zu einem Refrain werden. Der Refrain kehrt viermal zurück, getrennt durch vier Zwischenmusiken. Die Zwischenmusiken sind durch ihre deklamatorische Kühnheit gut erkennbar. Auf der anderen Seite ist jede der Ritornelle unterschiedlich und bildet meist den Kontrast zu den Refrains. Lutosławski macht Chromatik auf der Geige zum erklärten Charakteristikum der Refrains. Das Klavier hat zwei senkrecht symmetrische Akkorde. Sie sind symmetrisch weil der Abstand zwischen den aufeinanderfolgenden Tönen mißt, erhält man ein immer gleiches Zahlenmuster, ob von oben nach unten oder umgekehrt betrachtet. In den Zwischenspielen sind Entwicklungen und Überleitungen des gesamten Stückes enthalten. Im Vergleich zu den meisten Refrains, welche fertig und in sich abgeschlossen klingen, werden die Zwischenmusiken (oder Ideen) entwickelt und daher sind sie flüchtiger, d.hes passiert mehr. Zusätzlich sind die Zwischenspiele auch variabler und länger als die Refrains. Es ist genauso wichtig und erstaunlich zu vermerken, dass die ursprünglichen Ideen, vorgestellt in dem eröffnenden Refrain diejenigen sind, die später zu Ritornellen ausweitet werden. Dies gilt auch fur die oben genannten symmetrischen Akkorde, die die entweder zusammen oder gebrochen gespielt zurückkehren, die motivische Chromatik der Geige, die in verschiedenen Gestalten wieder auftaucht. Ein letztes groß angelegtes Beispiel der chromatischen Bewegung wäre, dass die vorletzte Note des Stückes auf der Geige Des ist , einen halben Ton vom ursprünglichen Ton entfernt. Diese kurze Analyse deutet die Komplexität von Subitos Logik und Form nur an. Solch eine Kunstfertigkeit in Komposition und Symmetrie ist das Werk eines großen Meisters. Die beständige, sorgfältige Studie der Technik vergrößert noch die Ehrfurcht des Künstlers. Das Wichtigste aber ist, dass auch ohne fundierte Kentnisse der Funktionsweise des Werks Subito eine unübertroffene Frische und Kraft besitzt, eine Wirkung, die bezeichnend ist für die Stärke des Stücks. |
||
| Notes ©
2003 by Midori, OFFICE GOTO CO., LTD., translated by Nicolai Burchartz Referential sources available on request. |