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CAMILLE
SAINT-SAËNS Violinsonate
Nr. 1 in d-Moll, Op. 75 (1885) I Allegro agitato
- Adagio Auch über die Musik hinaus erwies sich Saint-Saëns als Persönlichkeit mit beispiellosen Talenten: So war er nicht nur Komponist, Organist und Pianist, sondern auch Autor und Mathematiker. Sein kompositorisches Schaffen war äußerst fruchtbar und obwohl es sich bis ins 20. Jahrhundert erstreckte, blieb sein Stil dem 19. Jahrhundert verhaftet. Saint-Saëns war ein großer Bewunderer J. S. Bachs und - wie Felix Mendessohn in Deutschland - ausschlaggebend für die Wiederentdeckung seiner Werke in Frankreich. Als junger Mann unterstützte Saint-Saens auch die avantgardistische Musik Liszts und Wagners, distanzierte sich mit zunehmendem Alter jedoch von modernen' Strömungen. Für Violine schrieb Saint-Saëns drei Konzerte, einige Bravourstücke und zwei Sonaten. Charakteristisch für alle seine Werke ist die ihnen eigene Nostalgie und exotische Sinnlichkeit; Leidenschaft, Zügellosigkeit und Unbekümmertheit stehen hier nebeneinander. In seiner Violinsonate in d-Moll von 1885 kombiniert Saint-Saëns Lyrisches mit Virtuosität und der letzte Satz kann als einer der aufregendsten der Violinliteratur betrachtet werden. Durch das gesamte Stücke zieht sich nahtlos das Zusammenspiel, der Austausch zwischen Violine und Klavier. Die Komposition wird mit einer Spannung eröffnet, die zunächst durch das Klavier bestimmt und dann an die Violine weitergeben wird, um schließlich zum Klavier zurückzukehren. Keines der Instrumente dominiert - vielmehr erfordert das Stück ein feines Gespür für Zusammenarbeit sowie enorme Viruosität von beiden Spielern. Die Sonate hat vier Sätze, von denen die ersten zwei und die letzten zwei jeweils ohne Pause gespielt werden. Die ersten beiden Sätze legen mit ihrem Stimmungswechsel zwischen Unruhe, Heiterkeit, Verzückung und Nachdenklichkeit auf beeindruckende Weise die Fähigkeiten der Künstler dar. Der dritte Satz steht in einem menuettartigen Dreiertakt: ohne Schnörkel, einfach und elegant. Mit Einsatz des Finales, gibt es jedoch kein Halten mehr. Unterbrochen von gelegentlichen Momenten der Ruhe, drängt die Musik in gleichmäßiger Geschwindikeit foran und das Stück gewinnt bis zur letzten Note an Kraft. |
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2003 by Midori, OFFICE GOTO CO., LTD., translated by Nicolai Burchartz Referential sources available on request. |