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GABRIEL
FAURE Sonate Nr.
1 in A-Dur, Op. 13 (1876) I. Allegro
molto In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die französische Musik eine Renaissance. Noch nicht unter dem Einfluss der Impressionisten blühten die Romantik und die Kunst des Liedes, die mit den Liedern von Schubert und Schumann aus Deutschland kam. Fauré und seine Zeitgenossen, die diesen Stil aufnahmen, komponierten eine Vielzahl von Liedern und vertonten u.a. Texte von Hugo, Baudelaire und Molière. Besonders Fauré war einer der großen Meister des französischen Liedes - seine über 100 Vokalwerke brachten ihm den Namen Frankreichs Schubert" ein. Schon früh zeigte
Fauré musikalisches Talent. Er studierte an der Ecole Niedermeyer,
die mit ihrem umfassenden Lehrplan im Bereich der Kirchenmusik besonders
für ihre Ausbildung von Organisten und Chorleitern bekannt war. Neben
dem Unterricht in Orgel, Gregorianik und der Polyphonie der Renaissance
wurde Fauré von Saint-Saëns, der die Klavier- und Kompositionsklasse
nach Louis Niedermeyers Tod übernahm, auch in die zeitgenössische
Musik eingeführt. Zu den ,neuen' Komponisten gehörten auch Schumann,
Liszt und Wagner. Die Kraft der lyrischen Melodien, die sich durch die ganze Sonate ziehen, ist von Anfang an spürbar. Eine Melodie nach der anderen entfaltet sich, und es entsteht eine Art zirkulierende Kraft. Die Eleganz wird durch Jugendlichkeit ergänzt - hoffnungsvoll, erfrischend. Das Stück ist ebenso überschwänglich wie intim. Der zweite Satz ist sowohl zart als auch melancholisch. Es folgt ein Scherzo, das in den äußeren Teilen leicht und schnell, im Mittelteil voll und fröhlich ist. Dieser Stil wurde zum Prototyp für spätere Scherzi von Komponisten wie Ravel und Debussy. Der letzte Satz schließt brillant und verleiht einem großartigen Werk mit wunderschönen, leidenschaftlichen Melodien eine Spur von Rauheit. |
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