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JOSEPH
ACHRON Hebrew Melody(1911) Bei den Nigunim
handelt es sich um individuell improvisierte Melodien, die in der jüdischen
Gemeinde über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben
wurden. Diese Stücke ohne Worte ließen auf ergreifende Weise
das Leben der strenggläubigen Juden Osteuropas im frühen 19.
und 20. wieder aufleben. Auch im Gebet und zum Studium wurde eine besondere
Melodie gesungen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Achron den Nigun
seiner Hewbrew Melody von seinem Großvater gehört hat,
der die Melodie zu Hause und in der Synagoge gesungen haben mag. Joseph Achron und sein Bruder Isidor erhielten schon früh Geigen- sowie Klavierunterricht durch ihren Vater. Nach seinem Debüt in Warschau im Alter von sieben Jahren, folgten für Joseph, der allgemein als Wunderkind galt, ausgedehnte Tourneen durch sämtliche Städte Russlands. 1899 ging er im Alter von 13 Jahren an das St. Petersburger Conservatorium, wo er mit Jascha Heifetz und Nathan Milstein zu der Violinklasse des legendären Leopold Auer gehörte. Während seiner
Zeit in St. Petersburg engagierte sich Achron in der Society for
Jewish Folk Music", die sich der Erhaltung und Verbreitung jüdischer
Musik widmete. Die Wirkung, die die Organisation auf Achron hatte ist
offensichtlich: Ein Großteil seines kompositorischen Schaffens greift
Elemente jüdischer Volksmusik auf. 1922 gründete Achron ein Verlagshaus für jüdische Musik in Berlin. 1924 reiste er nach Palästina, wo er jedoch nach kurzer Zeit wieder abreiste. Angesichts der zunehmend bedrohlicher werdenden politischen Entwicklungen emigrierte er 1925 in die USA, wo er jedoch nur teilweise Zuflucht fand. Zuerst ging er nach New York, wo er am Westchester Konservatorium unterrichtete, während er vergeblich versuchte, seine Karriere als Violinist wieder aufzunehmen. 1934 zog er nach Hollywood, wo er Filmmusik komponierte. Nach seinem Tod 1943 beschrieb ihn der Komponist Arnold Schönberg, ein Freund Achrons, in einem Nachruf als den meist unterschätzten modernen Komponisten". |
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