CHRISTIAN SINDING
(geb. 1856, Kongsberg; gest. 1941, Oslo)

Suite im alten Stil in a-Moll, Op. 10(1889)

I. Presto
II. Adagio
III. Tempo giusto

Christian Sinding gehörte neben dem herausragenden Edward Grieg zu den wichtigsten Komponisten Norwegens. Zusammen mit Grieg und Johan Svendsen wird Sinding zu den Komponisten der goldenen Ära der norwegischen Musik gerechnet. Während seines Violinstudiums am Leipziger Konservatorium, das 1843 von Felix Mendelssohn gegründet wurde und Berühmtheiten wie Schumann, Reger, Grieg und Ferdinand David zu seinen Studenten zählte, wuchs sein Interesse für Komposition.

Während Sinding zu Lebzeiten große Popularität und Respekt genoss, nahm sein Ruhm nach seinem Tod 1941 aufgrund antiromantischer Strömungen und der übermäßigen Bewunderung, die seine Kollegen ihm zu Lebzeiten zukommen ließen, ab.

Die meisten von Sindings Kompositionen sind heute in Vergessenheit geraten, doch Rustle of Spring für Klavier solo und die Suite im alten Stil von 1889 bilden hier die Ausnahme. Besonders der legendäre Violinist Jascha Heifetz, der sie in seinem Repertoire behielt, sorgte dafür, dass die Suite im alten Stil im Bewusstsein seiner Kollegen blieb.

Mit drei Sätzen ist die Suite im „alten Stil" komponiert, worunter Sinding einen barocken Stil verstand. Der Eröffnungssatz ist ein „perpetuum mobile" und baut auf harmonischen Fortschreitungen auf, wie sie für die Generation Johann Sebastian Bachs typisch waren. Die meisten dieser Harmonien sind jedoch so bearbeitet, dass sie das romantische Klima repräsentieren, in dem Sinding komponierte. Der Satz ist eher kurz und scheint hauptsächlich die Funktion zu übernehmen, den Hörer auf den expressiven zweiten Satz vorzubereiten. In diesem mittleren Satz dominiert ein romantischer Stil mit viel Feingefühl und Wärme. Im letzten Satz setzt sich das Tänzerische durch, obwohl er dennoch nicht gänzlich unbeschwert klingt. Die Eröffnungsmelodie steht noch im barocken Stil, wechselt jedoch bald in einen romantischeren Gestus. In diesem Satz findet sich auch eine verflochtene Kadenz, eine Auffuhrungstradition, die im Zeitalter des Barocks ihre Wurzeln hat. Das Stück endet mit einem aufmunternden A-Dur Akkord, der erneut auf eine typisch barocke Kompositionstechnik verweist, in der am Ende des letzten Satzes die Moll- der Dur-Tonart weicht.

 
 
 
  Notes © 2003 by Midori, OFFICE GOTO CO., LTD., translated by Nicolai Burchartz
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