WOLFGANG AMADEUS MOZART
(geboren 1756 in Salzburg, gestorben 1791 in Wien)

Sonate B-Dur, KV 454 (1784)

1. Largo-Allegro
2. Andante
3. Allegretto


Im Jahre 1784 war das ehemalige Wunderkind Mozart DER Pianist Wiens. Der renommierte Musikwissenschaftler H.C. Robbins Landon schreibt, Mozarts Name war „in aller Munde". Mozart kam die immense Nachfrage nach seinen Konzerten sehr gelegen, da er viele Schulden und finanzielle Verpflichtungen hatte. Um seinen zahlreichen Engagements gerecht zu werden, ließ er von seinem Vorhaben, zwei Opern zu komponieren, ab und schrieb stattdessen im Zeitraum eines Jahres sechs Klavierkonzerte (Nr. 14-19).

Mozarts Terminplan war tatsächlich äußerst straff. Im März 1784 gab er fast jeden Tag ein Konzert. Es gleicht einem Wunder, dass er überhaupt Zeit zum Komponieren fand. Doch aus den Monaten März und April des selben Jahres stammen drei Klavierkonzerte (KV 450 B-Dur, KV 451 D-Dur und KV 453 G-Dur), das Klavierquintett Es-Dur KV 452 und die Sonate B-Dur für Klavier und Violine KV 454.

Es heißt, dass Mozart bei der Uraufführung der Sonate KV 454 mit der aus Mantua stammenden Geigerin Regina Strinasacchi sein eigener Klavierpart nur als Skizze vorlag, er ihn jedoch nichtsdestotrotz mit spontaner Kreativität füllte. Zudem war Kaiser Josef II bei der Aufführung anwesend, was ebenfalls reichlich zu Mozarts Selbstsicherheit beitrug.

Die Sonate besteht aus drei Sätzen: Sie wird mit einer bemerkenswerten Einleitung, Largo, eröffnet, in der die beiden Instrumente gleichberechtigt und in perfekter Harmonie und strahlendem Glanz miteinander musizieren. Das folgende Allegro bildet einen starken Kontrast dazu. Die Skalen und der arpeggioartige Umgang mit den Tönen zeigen sich verspielt und lebhaft, mit feurig-frohem Schwung.

Der zweite Satz, Andante, ist das emotionale Herzstück der Komposition und in seiner melodischen Intensität und ausdrucksstarker Tiefe der Inbegriff von Mozarts kompositorischem Schaffen. Die beiden Instrumente erklingen in einem herrlichen Gesang, dass es scheint, als stünden sie unter einem wunderbaren Zauber.

Im abschließenden Satz, Allegretto, macht sich erneut die verschmitzte, lebenslustige Seite Mozarts bemerkbar: Sforzandi und Chromatik mit Versetzungszeichen bestimmen das erste Thema. Der Satz steht in Rondo-Form; die Teile zwischen dem Rondothema hören niemals auf zu fließen; beide Instrumente vermitteln eine vergnügte Stimmung. Das Stück endet in majestätischer Eleganz.

 
 
 
  Notes © 2004 by Midori, OFFICE GOTO CO., LTD., translated by Nicolai Burchartz
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