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LEOŠ
JANÁČEK Sonate für Violine und Klavier (1914; überarbeitet 1921) 1. Con moto Die ersten Entwürfe der Sonate für Violine - eines der populärsten Instrumentalstücke Janáčeks - stammen aus dem Jahr 1914. Nach zahlreichen Überarbeitungen wurde sie 1921 fertig gestellt. Als viersätziges Werk spielt es auf die verstörenden Ereignisse des ersten Weltkrieges an. Der erste Satz, Con
moto, beginnt mit einem kühnen einleitenden Violinensolo, auf
das beinahe direkt das erste Thema folgt. Während des Satzes vermischen
sich fragmentarische, kryptische Motive mit längeren Phrasen. Als
sich das Ende des Satzes ankündigt, steigert sich die Spannung, bis
sie schließlich, überraschend friedlich, in einen angenehmen
Des-Dur Dreiklang mündet. Die folgende Ballada vermittelt einen Eindruck von Sanftheit und Simplizität. In diesem lyrischsten Satz der Sonate scheinen die Noten mit Leichtigkeit von der einen zur anderen zu fließen. Eine improvisatorische, furchtsame Episode unterbricht gegen Ende des Satzes kurz die Stimmung - doch die Gelassenheit kehrt schnell zurück. Das Allegretto hat die Form eines Scherzos. In diesem dreiteiligen Satz beginnt der erste Part (mit gleichem Material wie der letzte Teil) mit einer vergnügten Folkmelodie über einer Reihe von geräuschvollen Trillern im Klavier, von der Violine in regelmäßigen Abständen durch schrille chromatische Figuren unterbrochen. Der Mittelteil ist fast pseudoromantisch. Der Finalsatz, Adagio, ist der rhapsodischste Satz der Sonate. Das Hauptmotiv stellt die Violine mit ihren immer wiederkehrenden, wilden, manchmal gedämpften Einwürfen, welche eine erhebliche Irritation der wehmütigen Klavierlinie darstellen. In die thematische Hauptlinie werden zwei kontrastierende Ideen eingeworfen. Die eine ist eine fröhliche Melodie voller Hoffnung und Lebenslust, die andere verdeutlicht das, was Janáček als den majestätischen Einmarsch der Russischen Befreiungsarmee in Mähren beschreibt. Das Stück endet, als das Hauptmotiv langsam verklingt, während die stetig ansteigende, gespannte Ahnung einer unabwendbaren Katastrophe die Luft erfüllt. |
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| Notes ©
2004 by Midori, OFFICE GOTO CO., LTD., translated by Nicolai Burchartz Referential sources available on request. |