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JUDITH
WEIR Musik für
247 Saiten (1981) Heute hat sich Judith Weir als vielseitige und produktive Komponistin etabliert. Bereits früh in ihrer Karriere hat ihr Interesse in Folklore und Volksmusik von Schottland, wo ihre Familie ihre Wurzeln hat, bis zu Island, Indien und China sie zu einem ganz persönlichen und originellen Stil geführt, der Bekanntes und Unbekanntes vermischt. Sie hält es für ihre Pflicht als Komponistin musikalische Gemeinschaften zu erweitern. Weirs musikalische Ausbildung, zunächst Oboe dann Komposition, ist ebenfalls vielschichtig. Unter ihren Lehrern befinden sich John Taverner, Robin Holloway und Gunther Schuller. Dennoch klingt ihre Musik nie wie die Kompositionen einer ihrer Lehrer und ebenso wenig wie ein Konglomerat aus allen gemeinsam. Zuallererst durch satirische Ironie und Humor gekennzeichnet, ist Weirs Musik unverwechselbar, ohne einer bestimmten Schule anzugehören. Die stärksten Einflüsse kommen aus der Theatermusik oder Begleitmusik zu einer Geschichte. Die Anfrage, die Weir vom Barit-Howard Duo erhielt und die zu Musik für 247 Saiten führte, galt einer Komposition für echtes Duospiel". Auch wenn die Parts beider Instrumente von gleicher Bedeutung für das Stück sind, dominiert in den meisten Sonaten für zwei Instrumente immer eines von beiden. In Musik für 247 Saiten steht die Nummer 247 für die Anzahl aller Saiten der Geige und des Klaviers und beide sind während des gesamten Stückes von gleicher Wichtigkeit. Das zehnminutige Werk besteht aus zehn kurzen Stücken, die ohne Pause gespielt werden. Wichtig ist vor allen Dingen der Humor der Komposition, der je nachdem mit einem Zwinkern, einem spöttischen Schweigen, im Geheimen, voller Unschuld oder Groteskes nachahmend ausgedrückt wird. Überraschungen sind Programm und der Zuhörer wird sanft gekitzelt. Zu Beginn des Werks steht inmitten rhythmischer Dichte eine sofort erkennbare musikalische Umsetzung des Spiels Simon Says'. Während das Stück fortschreitet, setzt sich die symbiotische Verbindung in einer sich ergänzenden Partnerschaft fort. Der Zuhörer lässt von dem Versuch ab, zu erraten, welches Instrument gerade führt, und genießt einfach das gemeinsame Spiel. Andere bemerkenswerte Elemente sind der Einsatz von entgegen gesetzter Dynamik, die zu dem stillen, komischen Charakter des Stuckes beiträgt, sowie die große Bandbreite der Register auf den drei Linien im vierten Stück, mit der Geigenlinie in der Mitte. Zudem gibt es in Stück Nr. 7 Kreuzrhythmen und klagende Glissandos und Viertelnoten im achten Stück. Im abschließenden Stück Nr. 10 herrscht ein starkes Gefühl der Auflösung. Die sanfte Sprunghaftigkeit der Rhythmen vom Anfang des Werks ist längst gewichen und durch ein zufriedenes Grummeln ersetzt. |
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(August
2004)
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| Notes ©
2004 by Midori, OFFICE GOTO CO., LTD., übersetzt von Nicolai Burchartz Referential sources available on request. |