ANTONÍN DVOŘÁK
(geb. 1841, Nelahozeves, Bohmen; gest. 1904, Prag, Tschechoslowakei)

Mazurek. B89, Op. 49 (1879)

Beim Mazurek oder der Mazurka handelt es sich um eine musikalische Erscheinung, die im polnischen Volkstanz wurzelt und mit den 50 Mazurkas Frédérik Chopins zu einer populären Form der Instrumentalkomposition wurde. Unmittelbar volkstümlich und beliebt, ermutigten Chopins Mazurkas zahlreiche Komponisten zur Nachahmung. Dvořák war dabei einer unter vielen.

Dvořáks Mazurek, 1879 komponiert, widmete der Komponist dem Violinvirtuosen Pablo de Sarasate. Es existieren zwei Versionen des Werks, eine für Violine und Klavier, eine andere für Violine und Orchester. Obwohl es heute nicht zum gängigen Standardrepertoire gehört, ist es doch ein beeindruckendes Beispiel der Künstlerpersönlichkeit Dvořáks, voller volkstümlicher Elemente und melodischer Eleganz.

Der ländliche Charakter des Werks kommt gleich zu Beginn zum Ausdruck, der fast ausschließlich mit Doppelgriffen für die Geige gestaltet ist, eine Herausforderung, die nur mir absoluter Genauigkeit in der Intonation und ebenso beweglichen wie starken Fingern der linken Hand zu bewältigen ist. Inmitten der Wiederaufnahmen des ersten Themas erscheint das zweite Thema. Sprechend und schön kontrastiert es in der für Dvořák typischen Süße, Unschuld und Singbarkeit mit den tänzerischen Abschnitten.

Nostalgisch und erdverbunden zugleich ist das Werk im traditionellen Dreier-Metrum komponiert. „Würze" bringt Dvořák dadurch in seine ohnehin verblüffende Musik, indem er von den Musikern verlangt, auch andere Taktzeiten als die erste zu betonen.

Dvořák stand unter dem Druck seines Verlegers Simrock, „marktgängige" Werke mit böhmischen und slawischen Melodien zu komponieren. Dies war insofern kein Problem, als er sein Land, dessen Musik und Bewohner liebte. Die äußerst populären Slawischen Tänze und der Mazurek sind herausragende Beispiele für solche Kompositionen. Das heißt natürlich nicht, dass es diesen Werken wegen ihrer unmittelbaren Zugänglichkeit an künstlerischem Wert und Kreativität fehlt. Dvořák gelang es stets, eine unwiderstehliche Mischung aus volkstümlichen, klassischen und romantischen Elementen zu kreieren, ein Stil, der zum Markenzeichen seiner musikalischen Identität wurde.

 
 
(Januar 2005)
 
     
  Notes © 2005 by Midori, OFFICE GOTO CO., LTD., translated by Peter Szesny
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