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JOHANN
SEBASTIAN BACH Sonate a-moll
für Solovioline BWV 1003 (1720) 1. Grave Nach
Bachs Tod 1750 wurden seine Werke fast einhundert Jahre gar nicht beachtet
und die wenigen Menschen, die ihn kannten, erinnerten sich vorwiegend
an ihn als Organisten, anstelle des Komponisten. Die Wiederentdeckung
Bachs begann im Jahr 1802 mit der Publikation einer Biographie des deutschen
Musikwissenschaftlers Johann Nikolaus Forkel, der schrieb: Dieses
außerordentliche Genie, dieser Prinz der Musik ... Zwerge sind alle
anderen im Vergleich zu seiner Größe". Bach komponierte die Sechs Sonaten und Partiten ohne Bass" für Solovioline 1720 während der sechs Jahre, in denen er am weltlichen Hofe von Prinz Leopold von Köthen-Anhalt angestellt war. Zu dieser Zeit hatte er keine liturgischen Pflichten, wie bei früheren Anstellungen; daher waren die meisten Kompositionen, die er in Köthen schrieb, weltlich und instrumental. Die Brandenburgischen Konzerte, das Wohltemperierte Klavier und die Sechs Suiten für Cello stammen ebenso aus dieser Periode. Wie auch die übrigen Werke Bachs gerieten auch die Sechs Sonaten und Partiten nach seinem Tod in Vergessenheit. Sie konnten erst 1854 mit einer originalen Klavierbegleitung durch Felix Mendelssohn wieder in die Musikwelt zurückgeführt werden. Einige Jahre später gab sie der Geiger Ferdinand David in einer neuen Edition heraus und auch Joseph Joachim, der sie regelmäßig in seinen Konzerten spielte, half ihrer Popularität. Sechs Sonaten und Partiten (eigentlich 3 Sonaten und 3 Partiten) bilden dank ihrer Komplexität und Schönheit den Höhepunkt des Geigenrepertoires. Mit kraftvollen Emotionen und mitreißender Leidenschaft bringen diese Stücke den Künstler an seine Grenzen von Technik und Musikalität. Viele Geiger meinen, dass ein Leben nicht lang genug sei, um diese großen Werke zu meistern. Es sind oft Veränderungen an modernen Geigen vorgenommen worden, um die Spannung der Saiten im Verhältnis zu verschiedenen Teilen des Instruments zu erhöhen um das Tonvolumen zu maximieren und damit den Anforderungen der großen Konzertsäle genüge zu leisten. Während der Zeit Bachs hatten die Geigen kürzere Griffbretter und niedrigere Stege; dadurch war das Spielen von Doppel- und Dreifachgriffen weniger schwierig als bei den der heutigen Zeit angepassten Geigen. Bachs Werke demonstrieren meisterlich den Kontrapunkt, der vorschreibt, dass viele Stimmen gleichzeitig gespielt werden, dabei aber die Unabhängigkeit der Stimmen erhalten bleibt. In den Fugen der sechs Sonaten zum Beispiel (Bach folgte der Satzstruktur langsam-schnell-langsam-schnell in allen drei Sonaten, mit der vierstimmigen Fuge stets im zweiten Satz) sollen die verschiedenen Stimmen so gespielt werden, als wurden sie von verschiedenen Geigern gespielt. Die
Sonate Nr. 2 in a-moll beginnt feierlich mit dem Grave-Satz. In dieser
düsteren Eröffnung sind die Melodien bereits lyrisch reich verziert,
und enthalten ungewöhnlich große Intervalle für Barockmusik
- gewiss die großten Sprünge in den Kopfsätzen der drei
Sonaten. Die letzten zweieinhalb Takte dienen als Brücke zum nachsten
Satz, der Fuge. Die ersten neun Noten der vierstimmigen Fuge bilden die
rhythmische Grundlage des gesamten Satzes, jede Stimme ubernimmt im Wechsel
die Führungsrolle. Es gibt keinen bemerkenswerten Bruch in diesem
langen Satz; die Musik steigert sich in ihrer Intensitat bis zum Höhepunkt
am Ende des Satzes. |
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(Mai
2005)
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| Notes ©
2005by Midori, OFFICE GOTO CO., LTD., translated by Peter Szesny Referential sources available on request. |