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LUDWIG
VAN BEETHOVEN
(*1770 in Bonn; gestorben
1827 in Wien)
Sonate
Nr. 3 für Klavier und Geige in Es-Dur, op.12 Nr.3 (1797/98)
1. Allegro con spirito
2. Adagio con molta espressione
3. Rondo: Allegro molto
Zu
Beethovens Zeit war es immer noch üblich, Sonaten für Klavier
und ein Instrument so zu komponieren, dass das Klavier im Vordergrund
stand, mit einer Begleitrolle fur das Soloinstrument. Sowohl Mozart als
auch Haydn komponierten, besonders in ihren frühen Werken, wichtige
Sonaten für Klavier und Geige mit einer klar übergeordneten
Rolle des Klaviers.
Zur der Zeit als Beethoven anfing, seine Sonaten zu komponieren, wurden
die beiden Instrumente zunehmend gelichberechtigt behandelt. Nichtsdestotrotz
ist anzumerken, dass in der ersten Ausgabe des Opus 12, die gleich nach
ihrer Fertigstellung gedruckt wurde, die Überschrift "Sonaten
für Cembalo oder Klavier mit einer Geige" lautete.
Die Wichtigkeit des Klavierparts gemäß der Tradition der Zeit
ist offensichtlich, man darf aber auch nicht vergessen, dass Beethoven
selbst ein virtuoser Pianist war - seine musikalische Sprache ist deutlich
durch das Klavier gesteuert. Und in der Tat war Beethoven Mitte Zwanzig
ein aufgehender Pianisten-Star in der Musikhauptstadt Wien. Aus diesem
Grunde müssen die Geigen-Melodien aller zehn Sonaten mit dem Klavierklang
im Bewusstsein interpretiert werden.
Wie wir heute wissen, war Beethovens Leben durch die Tragödie seiner
Taubheit, seine Stimmungsschwankungen und sein stürmisches Temperament
geprägt, worüber sein Genius aber siegte. Sicherlich kann man
dies, aber auch die andere Seite seiner Persönlichkeit, freudig und
zart, mit abenteuerlustigen Stimmungen, in vielen seiner Werke finden.
Werke wie das Opus 12 zeigen diese Facetten seines Charakters.
Die Es-Dur Sonate ist die dritte und letzte der Opus 12-Reihe, die alle
1797/98 entstanden sind und Antonio Salieri gewidmet sind, einem der Lehrer
Beethovens und einflussreicher Kapellmeister des Habsburger Hofes in Wien.
Um die selbe Zeit entstanden die Klaviersonaten Nr. 4 und Nr. 7, die Streichtrios
op. 9, die Streichquartette op. 18 und das 1. Klavierkonzert. Hier ebenso
der Einfluss Franz Joseph Haydns geltend gemacht werden, auch ein Lehrer
Beethovens in Wien. Der generelle Eindruck der Sonate ist von einer beinahe
suchtigmachenden, jugendlichen Lebenskraft.
Zu Beginn der Sonate nimmt das Klavier eine virtuose Führungsrolle
ein; das zweite Thema wird in der Geigenstimme eingeführt. Mit positiver
Energie und Laune fließt die Musik mühelos und vergnügten
Charakters dahin.
Das folgende Adagio C-Dur besticht durch die Schönheit der beiden
Instrumente, die abwechselnd das Hauptthema "singen". Die lieblichen
Melodien sind natürlich und ungehemmt und werden bisweilen in der
Begleitung durch einen ländlichen Rhythmus ergänzt.
Das Thema des Rondos ist eingängig und fröhlich und erinnert
an "Papa" Haydns ungarischen Stil. Die beiden Instrumente spielen
sich im konstanten Wechel die Themen zu. Erfreuen ist wohl der beste Begriff,
um das Ende der Sonate zu beschreiben, das dieses 20minütige Werk
voller Entzücken, Hoffnung und Freude beschließt.
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