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EDWARD
GRIEG Sonate Nr.1
in F-Dur, Op.8 (1865) 1. Allegro con brio Grieg komponierte nur sechs Kammermusikstücke, davon drei Sonaten für Klavier und Geige, die zwischen 1865 und 1887 entstanden. Diese Sonaten hatten für Grieg eine besondere Bedeutung, so sagte er einmal: "Sie alle stehen für eine Phase in meiner Entwicklung: die erste ist naiv und ideenreich, die zweite nationalistisch, und die dritte hat einen weiteren Horizont. Jede von ihnen hat mir Glück gebracht." Als Franz Liszt die Noten von Griegs erster Sonate sah, war er so begeistert, dass er den jungen Komponisten spontan einlud, ihn zu besuchen. Liszts enthusiastische Unterstützung half Griegs Ruf sehr und stärkte dessen Bewusstsein seines kompositorischen Talents. Es überrascht nicht, dass sich in der F-Dur Sonate die deutscher Romantik stark präsent ist, obwohl sie mit Melodien und Harmonien der norwegischen Volksmusik durchzogen ist, welche Grieg mehr und mehr gefangennahm. Nach den beiden ruhigen Anfangsakkorden im Klavier beginnt die Geige sofort mit dem Hauptthema, das zugleich lieblich und erwartungsvoll ist. Der Eindruck von Wind, der sich im Fluß der melodischen Linie kräuselt, kommen zu der Phantasie und Frische in die Musik noch hinzu. Manchmal wird Griegs Musik kritisiert, bekannt und nicht originell zu klingen. Sicherlich gibt es Stellen, an denen der Hörer denken könnte "Habe ich das nicht schon einmal irgendwo gehört?" Aber der Unterschied liegt in seinem Fluß - was nichtsdamit zu tun hat, wie schnell oder wie langsam die Tempobezeichnung ist - und die feurigen, temperamentvollen Abschnitte, in deren Innerstem immer Phantasie und einfache folkloristische Empfindungen zu finden sind. Diese Merkmale sind bereits in den frühen Werken deutlich, inklusive der F-Dur Sonate. Der heitere erste
Satz endet überraschenderweise ruhig, gefolgt vom zweiten in Scherzoform,
in dem ein altmodischer Tanz in a-Moll in einen festlichen Volkstanz in
A-Dur eingeschoben ist. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise
folgt das Scherzo dem langsamen Satz. Das Allegro molto vivace
als Finale der Sonate kehrt zur einleitenden, heiteren Stimmung zurück.
Es ist sogar noch eifriger und energischer als das anfängliche Allegro
con brio und eröffnet beiden Instrumenten mehr Möglichkeiten
für Virtuosität, ohne sich zu weit von der aufblitzenden Zartheit
zu entfernen. |
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