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DAS ERSTE PIP KONZERT von Charles Danziger Das erste Konzert, das Midoris außergewöhnliche neue Stiftung Partners in Performance" (PiP) vorstellte, fand am Sonntag den 2. November 2003 in Plymouth, New Hampshire statt. Das Ziel von PiP besteht darin, erstklassige Künstler an Veranstalter zu vermitteln, die normalerweise weder das Geld noch die Möglichkeiten haben, diese einzuladen. Die Freude über die Teilnahme an einem PiP Projekt war in Plymouth, New Hampshire riesengroß. Midori - und wir hoffen, weitere Künstler werden in Zukunft ihrem Beispiel folgen - spielte ohne Gage, und die Einnahmen aus dem Kartenverkauf werden in die Organisation weiterer Konzerte investiert. Friends of the Arts" in Plymouth sowie die beiden nächsten Veranstalter der PiP Tour (das Chandler Center for the Arts in Randolph, Vermont und Algolquin Arts in Manasquam, New Jersey) wurden auf Grund ihres erfolgreichen Einsatzes für die lokale Kultur ausgesucht. Obwohl ich meilenweit davon entfernt bin, ein Musiker zu sein (ich bin Rechtsanwalt für Kunst in New York), war ich sehr erfreut, als Midori mich fragte, ob ich einer ihrer vier Treuhändler für PiP sein wolle, um das Geld zu verwalten, welches sie vor zwei Jahren als Teil ihres Preises der Avery Fisher Hall bekommen hatte. Am 31. Oktober um 7.45 Uhr (eine unmenschlich Zeit für einen typischen Manhattan-Nachtschwärmer wie mich) drängten sich sieben von uns - Midori natürlich inbegriffen - in New York in ein Mietauto für die 6-stündige Fahrt nach Plymouth. Wir wurden mit Kaffee und Donuts gefüttert, von Midoris Assistentin Kelly Gehrs dirigiert und ausgezeichnet chauffiert von ihrem brillanten Berater in allen musikalischen Belangen, Marcos Klorman. Als weitere Treuhändlerin gesellte sich Evelyn Velleman aus London zu uns. Midoris Presseagentin Kathryn King und ihre Tochter vervollständigten schließlich unsere gut gelaunte Runde. Während der Autofahrt beratschlagten wir über die Zukunft von PiP, wie man die Organisation am besten ausbauen und andere Künstler, Kunstzentren und Geldgeber finden könnte. Auf dem Weg nach Plymouth hielten wir im Outlet Zentrum (auch dies ist schließlich ein Teil von Amerikas Kultur). Nach diesem kleinen Umweg platzte unser Wagen fast aus allen Nähten. Schließlich erreichten wir dann das Ziel unserer Fahrt: den Common Man Inn", einen weitläufigen Holzbau in der Nähe der Konzerthalle. Als ich die Kronleuchter mit den Geweihen und die Kamine in den Zimmern sah, registrierte ich, dass wir nun wirklich ,auf dem Lande' waren. Tatsächlich hatte hier kürzlich noch eine Eis-am-Stiel Fabrik gestanden, die zu dem besagten Gasthaus umgebaut wurde. An diesem Abend hatten unsere Gastgeber in Plymouth ein großartiges Abendessen zu Ehren von Midori und PiP vorbereitet, das wir in einem Haus einnahmen wie ich noch nie zuvor eines gesehen hatte. Wir gelangten über einige schmale Landstraßen zu dem Gebäude, wo uns - wie in einer modernen Version von Hänsel und Gretel" - ein von strahlend weißen Lampen erleuchteter Weg zur Haustür führte. Eingekuschelt in den dunklen Wald erinnerte das Haus - von einem Architekten erbaut und bewohnt - mit seiner Fantasie und Verspieltheit an den spanischen Architekten Gaudi mit einer Prise Walt Disney: Zwischenebenen auf den einzelnen Etagen, eine Wendeltreppe und gemütliche Zimmer, die an kleine Höhlen erinnern. Die anderen Dinnergäste, sämtliche Mitglieder der lokalen Gemeinde, teilten Midoris Vision, die Künste vor allem in den Teilen des Landes zu fördern, die wörtlich und im übertragenden Sinne im Abseits liegen. Alle Anwesenden wussten eine andere Geschichte darüber zu erzählen, wie sie in Plymouth gelandet waren. Da war der passionierte Skifahrer aus Österreich, der sich in die New Hampshire Berge verliebt hatte, der Video-Künstler aus Boston, den besonders die Natur inspiriert und die begeisterte Wanderin aus Brooklyn. Letztere erzählte mir, dass sie bei ihren Abendspaziergängen aus Sicherheitsgründen ein geladenes Gewehr mit sich trägt (schließlich geht es hier um New Hampshire, den Staat mit dem Slogan Lebe frei oder sterbe"). Am Ende des Abends, nachdem ich viele neue Bekanntschaften geschlossen hatte und mich gerade zum zweiten Mal Schokoladenkuchen und Früchten widmete, dachte ich bei mir, dass auch das Landleben doch seine ganz besonderen Vorteile hat. Am nächsten Tag war Midori wieder in aller Frühe auf den Beinen, um sich auf das Konzert vorzubereiten, während sich der Rest von uns faul dem sonntäglichen Brunch hingab. Als wir schließlich in der Konzerthalle ankamen, spielte ein junger Geiger zur Unterhaltung der eintreffenden Zuhörer im Foyer. Beim Umherschlendern war die Aufregung im Saal fast greifbar: Ein vergleichbares Konzert, mit einer Künstlerin wie Midori, hatte es in dieser Halle bisher noch nicht gegeben. Endlich war es soweit: Das Konzert begann. Midori und ihr Begleiter, der talentierte Pianist Charles Abramovic (der extra von Philadelphia hierher geflogen war), enttäuschten uns nicht. Sogar für mein untrainiertes Ohr präsentierte sich das erste Stück La Campanella" von Paganini/Liszt fraglos kompliziert und zeigte mir die immense Virtuosität Midoris. In Gedanken verglich ich es mit der dunkelschwarzen Skiabfahrt nicht weit von hier. Wie gebannt saßen wir auf unseren Stühlen als Midori zu Sonaten von Brahms, Bach und Saint-Saëns überging. Das Konzert endete mit einer Zugabe - Le Printemps" von Milhaud - die uns alle an die Zeit denken liesen, wenn auch die Bäume in New Hampshire wieder Laub tragen würden. Das Publikum zeigte sich nicht nur von dem Vortrag verzaubert, sondern auch von der Musik, die es durch die besonderen Umstände erleben durfte. Später als ich meinen Mantel anzog und mich auf die lange Fahrt zurück nach New York vorbereitete, sprach mich ein junger Mann an, an den ich mich noch vom Vorabend erinnerte. Er war Musiklehrer in Plymouth (obwohl sein italienischer Akzent eine andere Herkunft erahnen ließ). Er erklärte mir, dass dies das beste Konzert gewesen sei, das er je besucht habe, und es auch auf seine Schüler einen bleibenden Eindruck gemacht habe. Als wir unsverabschiedeten sagte er noch: New Hampshire ist voll von Bäumen, aber PiP hat uns Sauerstoff gebracht." |
![]() A roadside sign in Plymouth, N.H. |
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![]() Midori and Charles Abramovic take a bow after the concert in Plymouth, N.H. |
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![]() Midori greets young audience members |
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![]() Midori and young audience members in Plymouth, N.H. |
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